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04.09.2012 - Bisti Badlands - King of Wings

Bisti Badlands

Die Bisti Badlands sind ein riesiges Gebiet ca. 50km südlich von Farmington in New Mexico. Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine riesige verlassene Gegend in der man eigentlich "nichts" findet. Wörtlich übersetzt heißt Badlands "Schlechtes Land" und sinngemäß übersetzt "Ödland". Gekennzeichnet sind die Bisti Badlands durch zahlreiche und fantasievolle Hoodoos. Verwaltet wird dieses Gebiet zusammen mit zwei anderen Gebieten (De-Na-Zin Wilderness und Ah-Shi-Sle-Pah) vom Bureau of Land Management. Alle anderen Gebiete drum herum gehören den Navajo Indianer und sind privates Land.

Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Gebiet zu erreichen. Die erste Möglichkeit besteht darin, die nördliche Einfahrt zu nehmen. Hierbei biegt man an der folgenden Position von der 371 ab und fährt auf eine Dirtroad.

GPS-Position: Einfahrt Bisti Nord

Am Ende dieser Straße hat man die Wahl zwischen dem linken und den rechten Weg. Nur wer nach Rechts abbiegt, wird direkt zum nördlichen Parkplatz der Bisti Badlands geführt.

GPS-Position: Parkplatz Bisti Nord

Dieser Weg ist jedoch nicht ausgeschildert. Viel einfacher ist es den Weg zum offiziellen Trailhead zu benutzen. Dieser ist ab der 371 ausgeschildert und führt direkt zu einem großen Parkplatz mit Schild.

GPS-Position: Parkplatz Bisti Süd

Es gibt keine direkte Verbindung zwischen den beiden Parkplätzen Nord und Süd! Die Straße ist gesperrt. (Stand 2012) Wir entschieden uns für den nördlichen Parkplatz, da wir zuerst das nördliche Gebiet erkunden wollten und danach das südliche.

Die Wanderung beginnt damit, dass wir einen Zaun zu überqueren hatten. Wer auf dem offiziellen Trailhead geparkt hat, der wird einen einfachen Durchgang finden. Wer jedoch wie wir am nördlichen Parkplatz startet, der muss irgendwie über oder unter den Zaun hindurch. Das ist aber alles kein Problem. Das erste, was einem hier auffällt ist dass die ganze Gegend sehr surreal wirkt. Es gibt scheinbar kein Leben hier und die ganze Gegend wirkt wie von einem anderen Planeten. Das erste was wir sehen sind versteinerte Überreste von Baumstämmen. Im Laufe der Wanderung werden wir noch viele dieser Fossilien entdecken. Sogar ganze Baumstämme liegen in den Badlands verstreut. Es ist eigentlich nicht nötig GPS-Koordianten von versteinertem Holz anzugeben, da man definitiv welches finden wird.

Überall stehen vereinzelte Hoodoo Gruppen herum und je tiefer man in die Bistis wandert, desto hügliger wird das Gebiet. Man weiß gar nicht wo man zuerst hinlaufen soll, da man überall so viele tolle Sachen entdeckt. Unübersehbar ragt ein großer Hoodoo über den Badlands. Dieses Exemplar scheint das einzige zu sein, das in diesen Höhen überlebt hat. Wenn man sich die Struktur des Bodens anguckt, dann weiß man, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis auch dieser Hoodoo herunterfällt.

Unser nächstes Ziel waren die Wings of Stone, eine Ansammlung von fantasievollen Hoodoos. Von unten aus sind diese Wings nicht so einfach zu finden. Sie befinden sich auf einem kleinen Hügel, der erst einmal erklommen werden muss. Doch hier gibt es zahlreiche Motive, so dass man sich hier Stunden aufhalten könnte. Das Wohl berühmteste Objekt ist der Seelöwe. Man könnte es aber auch als fliegende Schildkröte abstempeln.

GPS-Position: Wings of Stone

In der Ferne sahen wir interessante Pilze und wir wussten nicht wo wir zuerst hingehen sollten. Weiter nach Süden oder zu den Pilzen nach Osten? Wir sind dann einfach in Richtung der Pilze gewandert, da der Tag noch jung war und wir viel Zeit in dieser einsamen Gegend hatten. Auf dem weiteren Weg fanden wir einige Arches. Genauer genommen tragen hier kleine, filigrane Formationen einen dicken Felsen auf ihren Händen. (Foto links) Auch hier sieht man überall die Spuren der Erosion. Viele dieser großen Brocken sind schon längst eingestürzt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die dünnen Wände den schweren Felsen nicht mehr standhalten können.

Warum das Tal der Knochen so heißt wie es heißt, weiß ich nicht. Eigentlich haben wir vergeblich nach irgendwelchen fossilen Knochen gesucht. Allerdings ist dieses Gebiet durch viele kleine runde Steine geprägt. Ganz in der Nähe befinden sich die mehr oder weniger berühmten Cracked Eggs. Diese Steine sehen aus wie große Dinosauriereier. Und groß sind sie alle Mal. Ein Ei erreicht eine Größe von ca. einem Meter. Ich wollte die Eier bei Sonnenuntergang ablichten und so gingen wir weiter in Richtung des Adler-Nestes.

GPS-Position: Cracked Eggs GPS-Position: Adler Nest

Auf dem Weg zum Felsen mit dem Adler-Nest kommt man an zahlreichen Hoodoos vorbei. Hier sollte man sich definitiv Zeit nehmen um die Ausmaße des Gebiets zu erfassen. Ein Blick von oben zeigt diese bizarre Landschaft.

Wer weiß, was sich noch alles so in der Tiefe der Bisti Badlands versteckt. Das Gebiet ist einfach viel zu groß um es an einem Tag zu erkunden. Doch einige Impressionen und auch einen imposanten Wing (1. Foto unten) konnten wir aus dieser schönen Gegend mitnehmen.

Mitten auf dem Rückweg und kurz hinter den Cracked Eggs begegneten wir noch einer Person. Wow! Ich dachte wir sind hier ganz alleine.

Cracked Eggs

Die besten Fotos in der gesamten Gegend macht man zum Sonnenaufgang oder -untergang. Es gibt allerdings keine genaue Tageszeit zu der man in diesem Gebiet unbedingt sein sollte. Die Vielzahl der Hoodoos ist einfach zu groß. Zum Sonnenuntergang waren wir an den Cracked Eggs, so wie es viele Fotografen taten. Doch wir trafen keine Menschenseele. Man sollte sich jedoch nicht zu weit in das Gebiet hineinwagen, da die Sonne doch sehr schnell verschwindet. Als wir am Auto ankamen, war bereits die Dunkelheit eingebrochen. Hier muss man besonders auf Klapperschlangen und Skorpione aufpassen, da diese Tiere am Abend erwachen.

Fast hätte ich es vergessen! Mein Lieblings-Fossil war mit Abstand das versteinerte Blatt.

King of Wings

Der King of Wings (kurz KOW) ist ein überdimensionale Steinplatte, welche 3 Meter frei in der Luft hängt. Dieses Kunststück der Natur hat bisher noch kein Hoodoo vollbracht. Entdeckt wurde dieser Stein von Momo, welcher ihm den Namen "Momos Wing" gab. Allerdings ist dieser Hoodoo eher als King of Wings bekannt. Damals besuchten Isabel und Steffen Synnatschke diesen gigantischen Stein und gaben ihm seinen jetzigen Namen. Durch sie wurde der KOW berühmt.

Doch wie haben wir den Stein eigentlich gefunden? Es wurde immer ein Geheimnis um die Lage des Steinchens gemacht, doch nach und nach gab es in diversen Foren genug Hinweise auf die ungefähre Lage des King of Wings. Der wichtigste Hinweis war der, dass der King of Wings in einem Seitenwash des Ah-Shi-Sle-Pah liegen soll. Und siehe da, nach einiger Zeit des Suchens am PC verrät der Schatten in Bing Maps (und seit neustem auch in Google Earth) den Standort des Steinchens. Meine lieber Kollege Stefan Lindl und einige andere Fotografen waren auch schon am Wing gewesen. Rainer Großkopf hat uns bei der Suche viel geholfen. Eine ausführliche Beschreibung über die Suche des King of Wings ist auf Rainer seiner Homepage zu finden! Also warum sollten wir dem King of Wings nicht auch einen Besuch abstatten? Jetzt gibt es endlich die ersehnten GPS-Koordianten zum King of Wing!

Man benutzt die selbe Abfahrt von der 371, die zum Ah-Shi-Sle-Pah führt. Allerdings bleibt man noch ca. 10 Meilen auf dieser Schotterpiste, bis man in der Ferne ein Winrad auf der rechten Seite erkennen kann. Gleich hinter einem Viehgitter biegt man rechts in Richtung des Windrades ab.

GPS-Position: Parkposition am Windrad

Am Windrad angekommen parkt man sein Auto. Direkt hinter dem Windrad befindet sich ein Zaun, den man überwinden muss. Ab hier gibt es keine gekennzeichneten Wege mehr, geschweige denn Anhaltspunkte denen man folgen könnte. Der Rückweg ist ebenfalls kein Zuckerschlecken. Der einzige Anhaltspunkt ist das Windrad, was man allerdings nicht immer sehen kann. Man benötigt in jedem Fall ein GPS-Gerät oder sehr guten Orientierungssinn, ansonsten verläuft man sich hier maßlos. Man muss ca. 2km durch flaches und mit Grasbüscheln bewachsenes Land wandern, erst dann erreicht man die Badlands nördlich des Ah-Shi-Sle-Pah. Der King of Wings befindet sich fast in der Mitte dieses Gebietes.

ACHTUNG: Die Natur hat Jahrhunderte gebraucht um dieses Naturwunder zu schaffen. Bitte sorgt mit eurem Verhalten dafür, dass sich noch viele Generationen an diesem Steinchen erfreuen können!!!

Außer dem King of Wing gibt es in diesem Gebiet aber noch mehr zu entdecken. Neben den von den Bisti Badlands bekannten Hoodoos, findet man hier sehr viel versteinertes Holz. Wir sahen große Stämme in allerlei Farben und Formen. Vor allem die Petrified Wood Hoodoos haben mich beeindruckt. Außerdem haben wir noch einen zweiten Wing gefunden. Dieser ist zwar nicht ganz so imposant wie der erste und zusätzlich wird er noch gestützt, aber auch dieser Stein verdient es gezeigt zu werden! Ich taufe ihn hiermit feierlich: "Space Spoon"!

Wetter

Es war meist klar und mit 36°C recht warm. Einige Wolken zogen auf, dennoch blieb es sonnig. Am Abend gab es Wolken.

Unterkunft

Wir campten in der wilden Natur auf dem südlichen Trailhead in den Badlands.

GPS-Track und Route