Private Webseite von Andreas Möller

05.09.2012 - Ah-Shi-Sle-Pah und Valley of Dreams

(Noch einmal) King of Wings

Eigentlich wollten wir den King of Wings noch einmal in der Nacht und zum Sonnenaufgang aufnehmen. Daher stellten wir den Wecker schon auf 03:00 Uhr und ich erhoffte mir eine sternenklare Nacht. Daraus wurde leider nichts, der komplette Himmel war mit Wolken überzogen. Also schliefen wir noch ein wenig und fuhren noch einmal kurz vor Sonnenaufgang in Richtung des Steinchens. Doch wir kamen etwas zu Spät aus den Federn. Und so kam es, wie es kommen musste. Wir verpassen leider den Sonnenaufgang am KOW. Dafür glühte der Himmel herrlich rot über den Badlands kurz vor dem Wing.

Am King of Wings angekommen, erkundeten wir die Gegend ein wenig, fanden neben tollen Hoodoos und sogar Versteinte-Holz-Hoodoos (3. Foto unten). Später besuchten wir wieder den "spacigen Löffel".

Auf dem Rückweg war es natürlich schon längst hell gewesen und wir gingen über die Berge der Badlands zurück zum Windrand. Auf halben Weg durch die Steppenlandschaft fing es plötzlich an zu Rasseln. Eine Klapperschlange! Genauer genommen eine "Western Rattlesnake" (Crotalus viridis), Die Schlange befand sich ca. einen Meter vor unseren Füßen im Gebüsch. Natürlich sind wir sofort zurück gesprungen. Puh, das war wirklich knapp! Nach einer Weile hörte die Schlange auf zu klappern, doch sobald wir uns bewegten rasselte sie weiter. Klapperschlangen in dieser Stellung (Rasseln + Aufrechte Haltung) sollte man lieber aus dem Weg gehen. Sobald die Schlange diese Haltung eingenommen hat, weicht sie nicht mehr aus, sondern beißt bei der nächstbesten Gelegenheit zu. Nach einigen Fotos gingen wir schleunigst weiter.

Western Rattlesnake

Ah-Shi-Sle-Pah

Das Ah-Shi-Sle-Pah ist ein weiteres Gebiet welches neben den Bisti Badlands auch vom Bureau of Land Management verwaltet wird. Hier wurden früher Dinosaurierknochen ausgebuddelt und zahlreiche Fossilien gefunden.

Das wohl schönste Gebiet des Ah-Shi-Sle-Pah's liegt am westlichen Südrim. Hier ist auch eine tolle Hoodoo-Gruppe zu finden welche in Gelb- und Brauntönen leuchtet. Sie stechen von den grauen Hoodoos, die man überall in den Bisti Badlands findet, mit weißen und gelben Farben hervor. Sie sind aus fast allen Richtungen her fotogen und schön anzusehen.

Wir gingen noch tiefer in das Gebiet hinein. Am nördlichen Rand trennt ein Zaun das Ah-Shi-Sle-Pah vom Grund der Navajos. Einmal rüber und zurück um einen Blick zu erhaschen halten wir für nicht verkehrt. Hoffentlich verirrt sich kein Indianer in diese gottverlassene Gegend. Im Gegensatz zu den Bisti Badlands gibt es im Ah-Shi-Sle-Pah viel größere Freiräume ohne jegliche Hügel oder Hoodoos. Das erschwert die Wanderung zu Zielen welche in der Ferne liegen. Man verschätzt sich mit den Entfernungen. Die ach so nah wirkenden Ziele liegen dann doch Kilometer weit entfernt.

Ich persönlich war vom Ah-Shi-Sle-Pah ein wenig enttäuscht gewesen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass wir schon von den Bisti Badlands verwöhnt waren. Die Hoodoos sind hier nicht so schön und vielfältig in der Form wie in den Bistis. Die schönste Ecke im Ah-Shi-Sle-Pah ist definitiv die Yellow Hoodoo Gang. Dennoch ist dieses Gebiet eine Spielwiese für Fotografen in der man sich wild austoben kann. Doch das Gebiet ist ebenso riesig. Wer hier alles zu Erkunden versucht, der sollte nicht nur einen Tag dafür einplanen.

Valley of Dreams

Als nächstes wollten wir ein komplett neues Gebiet in den Weiten der San Juan Basin erkunden. Dafür mussten wir mit unserem Auto abseits einer unbefestigten Straße auf Navajo-Gebiet parken und in die Tiefen der Badlands wandern. Der Weg war lang aber dafür sehr interessant. Es lag wohl auch daran, dass wir komplett neue Sachen sahen, die man nicht von Fotos aus dem Internet her kennt. Wie auch in den Bisti Badlands oder dem Ah-Shi-Sle-Pah, gibt es hier zahlreiche Hoodoos. Einer ist fantasievoller als der andere.

Das Valley of Dreams ist eines der schönsten Gebiete die wir in den Badlands der San Juan Basin erkundet haben. Es befindet sich auf dem Gebiet der Navajo Indianer und ist gekennzeichnet durch eine farbenfrohe Landschaft und fantasievollen Hoodoos. Das erste was uns beim Betreten aufgefallen ist, sind die vielen Rot-, Braun und Gelb-töne. Aber auch das übliche Weiß der Badlands vermischt sich mit komplett schwarzen und dunklen Tönen.

Auf dem Weg zum Valley of Dreams kommt man an einer großen Hoodoo Gruppe vorbei, den Drei Weisen. Mehrere Meter ragen diese Hoodoos aus dem Erdboden heraus.

"Pilze" findet man hier natürlich auch.

Sobald man das Valley of Dreams betritt wird man von einem weißen Obelisken begrüßt. Ab hier beginnt die Farbenvielfalt. Schon im Hintergrund erkennt man rote und schwarze Hügel.

Valley of Dreams

Nicht nur die Farbtöne sind hier besonders vielseitig, man findet hier auch die unterschiedlichsten Arten von Hoodoos. Neben den "normalen" grauen Hoodoos wie man sie in den Bisti Badlands oder dem Ah-Shi-Sle-Pah findet, gibt es hier auch gelbe, orange, braune und vor allem große Steinformationen. Schildkröten, versteinerte Baumstämme, Schokoladen Hoodoos und das Dinosaurier Ei welches nicht so recht in die Gegend zu passen scheint. Das Gebiet kann man einmal komplett umrunden. Zuerst sahen wir riesige Tore und Wände. Dahinter verbargen sich die kleinen, braunen Felsformationen. Am hinteren Ende des Valleys befindet sich die Alien City. Und wer lust auf Klettern hat, der kann nach einer vollen Umrundung in den Hoodoo Canyon hinabsteigen. Aber Achtung, es geht einige Meter hinab!

Die Alien City hat mit Abstand die fantasiereichsten Hoodoos hervorgebracht. Man findet hier neben Pilzen, Schildkröten (ja, die gib es hier häufig) und zahlreichen Gesichtern auch den imposanten Alien Throne, einen löchrigen Hoodoo mit futuristischem Charakter. Daher wurde er "Thron der Ausserirdischen" getauft.

Natürlich gehört zu jedem Thron auch ein Regent. Ob wohl der Chocolate Penguin King (Foto rechts) der heimliche Regent des Gebietes ist? Kamen einst außerirdische Pinguine auf die Erde um sind selber ein Denkmal zu setzen? Man wird es wohl nie erfahren, da Steine bekanntlicher Weise nicht sprechen. Es ist schon wirklich interessant welche Vielzahl an Hoodoos dieses kleine Tal hervorgebracht hat.

Eigentlich war unser Plan nur kurz in diesem Gebiet zu verweilen um zu sehen was es hier so gibt. Doch aus "kurz" wurden einige Stunden, da wir mit jedem Schritt etwas neues entdeckten. In der Alien City sind ebenfalls riesige Pilze die mit langen Stilen aus den Boden ragen zu finden. Die Höhe würde ich jetzt auf 2 bis 3 Meter schätzen. All zu lange blieben wir dann doch nicht in dieser surrealen Gegend. Wie bereits erwähnt, sollte es ja eigentlich nur ein kleiner Abstecher werden. Die Füße taten weh und wir brauchten endlich mal wieder ein ordentliches Bett sowie eine Dusche.

Wetter

Diesmal war es umgekehrt und am Morgen war der Himmel mit dicken Wolken bedeckt. Die ganzen Tage über hatten wir fast immer den gleichen Wetterverlauf. Morgens Sonne, Mittags kamen die Wolken und Abends gab es einige Gewitter in der Ferne. Diesmal war es jedoch anders. Zum Mittag hin wurde der Himmel klar und den ganzen Tag über schien die Sonne. Das Thermometer kletterte wieder auf 33°C.

Unterkunft

Endlich gab es eine warme Dusche und ein weiches Bett zum schlafen. Wir übernachteten im "Americas Best Value Inn" in der Mitte von Farmington.

GPS-Track und Route