Private Webseite von Andreas Möller

06.09.2012 - Gosenecks SP - Monument Valley

Four Corners

Four Corners heißt übersetzt soviel wie "Vier Ecken". Hier treffen sich die vier Staaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona in einem Punkt und bilden so das Gebiet der Four Corners. Das Besondere an dieser Stelle ist, dass es das einzige Gebiet der USA ist, an dem sich vier Länder treffen. Der Eintritt kostet $3 pro Person. (Stand 2012) Am Boden gibt es vier Steinplatten mit der Beschriftung des jeweiligen Bundesstaates. Um die Platten herum sind die Flaggen der einzelnen Länder aufgespannt. Es gibt um die Steinplatten herum haufenweise Sitzgelegenheiten. Außerdem versuchen hier massenhaft Navajos ihre Waren an Ständen zu verkaufen. 90% dieser Waren bestehen aus selbstgemachten Schmuck und Traumfängern.

Mein Eindruck von diesem Gebiet war: Einmal und nie wieder. Four Corners ist ein netter Ort, den man mal gesehen haben sollte. Allerdings halte ich es für unangebracht hier Eintritt zu verlangen nur um den Eckpunkt aller vier Staaten zu sehen. Wenn man erst einmal drin ist, dann versuchen einem die Indianer durch Fastfood- und Verkaufsstände das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Mexican Hat, Gosenecks SP und Muley Point

Mexican Hat

Der Mexican Hat ist ein kleiner Hoodoo welcher von der US-163 zu sehen ist. Er befindet sich östlich vom Monument Valley und verdankt seinen Namen seiner Form. Für den Stein wird wenig Werbung gemacht, er steht einfach nur einsam neben der Straße und kann über eine Schotterpiste besucht werden. Viel gibt es zu diesem Stein nicht zu sagen, außer vielleicht, dass die nahe liegende Stadt Mexican Hat nach diesem Stein benannt worden ist.

Wer auf dem Weg zum Monument Valley ist oder gerade vom Monument Valley kommt oder wer generell in dieser Gegend ist, für den ist ein Besuch am Gosenecks SP ein absolutes Muss! Dieser kleine Park kann kostenlos besucht werden und bietet eine atemberaubende Aussicht auf den sich durch den Fels schlängelnden San Juan River. Man braucht nicht lange zu rätseln woher der Name Gosenecks SP stammt. Wer sich die Form des Canyons anguckt, wird eindeutig den Gänsehals erkennen.

Vom offiziellen Aussichtspunkt führt ein Weg hinab in den Canyon. Selbstverständlich wird man auf diesem Wege den Fluss niemals erreichen, aber dafür bekommt man eine viel bessere Aussicht als auf dem offiziellen Parkplatz geboten. Die kleine Klettereinlage ist nicht schwierig. Wer noch höher hinaus will, der kann zum Muley Point fahren.

Dieser Aussichtspunkt liegt etwa eine halbe Stunde vom Gosenecks SP entfernt und kann nur über eine unpaved Road befahren werden. Doch bevor man diese erreicht, heißt es auf die Bergkette hinauf zu kommen. Hier haben Arbeiter Serpentinen in den Fels geschlagen, den Moki Dugway. Diese Straße ist voll mit Sand. Man kann ohne bedenken schnell fahren, sollte aber immer ein Auge auf den Gegenverkehr haben. Hinzu kommt der aufgewirbelte Sand.

Muley Point

Gleich nach erreichen der Spitze biegt man nach links auf die Schotterpiste ab. Diese endet am Muley Point.

GPS-Position: Muley Point

Die Aussicht hier oben ist noch ein wenig besser als die von Gosenecks SP. Allerdings ist die Sicht auf den San Juan River von Felsen versperrt. Dafür erkennt man in der Ferne die Tafelberge des Monument Valleys. Wir haben versucht bis an die äußerste Spitze vom Muley Point zu klettern. Man muss ein wenig suchen um die richtigen und vor allem sicheren Wege dahin zu finden. Um zur Spitze zu gelangen muss man mehrere meterhohe Felsabstürze überwinden. Es gelingt jedoch nicht bis zur äußersten Spitze des Muley Points zu gelangen. Wer hier weiter vordringen möchte, der nimmt in Kauf in den sicheren Tod zu springen.

Auf dem Rückweg in Richtung Monument Valley fing plötzlich unser Auto an zu piepsen und eine Warnleuchte blinkte. Da das Symbol wie ein Reifen aussah und die Anzeige etwas von "low pressure" faselte, hielten wir an und siehe da: Ein platter Reifen. Das Ersatzrad befand sich natürlich unter Tonnen von Gepäck. Zum Glück hatte das Auto alles an Bord was man für einen Radwechsel brauchte. Nach ca. 15 Minuten waren wir wieder unterwegs in Richtung Monument Valley. Doch das hieß auch für uns, dass wir am nächsten Morgen eine Werkstatt in Page aufsuchen mussten.

Auf dem Foto rechts sieht die Straße übrigens wie eine Dirtroad aus. Doch der Sand bedeckte den größten Teil der geteerten Straße! Hier könnte ruhig mal geputzt werden.

Monument Valley

Einer der berühmtesten Orte des Süd-Westens ist mit Abstand das Monument Valley. Zu Deutsch heißt dieser Tribal Park "Tal der Monumente" und hat sich den Namen redlich verdient. Das Monument Valley ist aber kein Nationalpark oder State Park, sondern liegt auf dem Land der Navajo Indianer. Dieser Tribal Park ist aber vergleichbar mit einem Nationalark. Der Eintritt kostet $5 pro Person. (Stand 2012)

Monument Valley von der US-163

Schon bei der Anfahrt bekommt man ein Gefühl von der Größe des Monument Valleys. Auf der US-163 gibt es eine Menge Haltebuchten von denen aus man den Anblick auf die Buttes festhalten kann. Es gibt zwei Arten das Monument Valley zu besichtigen. Zum einem kann man mit dem eigenen Auto, oder wohl besser dem Mietwagen durch das Tal fahren. RV's sind allerdings auf dieser Piste verboten. Wer sich die Strecke einmal genauer anschaut wird wissen wieso. Diese ungeteerte Straße ist übersät mit Schlaglöchern und Wellen. Eine Hohe Bodenfreiheit ist hier definitiv angebracht. Zwar kann man auch mit einem normalen PKW durch das Tal fahren, aber Aufsetzer lassen sich schwer vermeiden.

Die andere und bequemere Variante das Monument Valley zu erkunden, ist sich einer geführten Tour anzuschließen. Wir bezahlten den stolzen Preis von $75 pro Person aus zwei Gründen. Zum Einem wollten wir nicht mit dem Ersatzreifen durch diese Wackelpiste fahren und zum anderen erfährt man interessante Informationen über das Monument Valley und die Navajos. Man kann sich zwei Touren aussuchen. Die erste Tour führt durch das Gebiet welches man auch mit dem Auto befahren kann und sie dauert ca. 1,5h. Die längere Tour für $10 mehr dauert 2h und man besucht das Gebiet, was man sonst nicht befahren darf. Wir entschieden uns für die erste Tour.

Hinauf ging es zu zweit auf einen Geländewagen. Wir saßen hinten auf Bänken welche an der Ladefläche montiert wurden. Die Gurte zum Anschnallen waren defekt und zum Teil zerfleddert. Den Rucksack muss man sich definitiv zwischen die Beine klemmen, ansonsten heißt es: Auf Wiedersehen! Und los ging es.

Wir fuhren durch das Tal und an jedem Stop erzählte der Navajo-Guide etwas über die Felsen und der Geschichte des Gebietes. Beispielsweise über den Videodreh der Band Metallica oder den Film Vertical Limit. Doch wir löcherten ihn meistens mit Fragen über die Navajo und deren Kultur oder wie sie hier Lebten. Endlich konnte das weit verbreitete Klischee der Regentänze mal aufgeklärt werden. Aber wie man sich sicherlich schon denken konnte: So einen Schwachsinn gibt es bei den Navajos nicht. Interessant ist auch der Fakt, dass das Monument Valley eigentlich ein heiliger Ort für die Navajos sei. Vor einiger Zeit ist eine sogenannte Needle, eine Fels Nadel, abgebrochen und die Indianer hielten Rituale für diese Needle ab, als ob es eine verstorbene Person wäre. Doch für unseren Guide ist das Monument Valley definitiv kein heiliger Ort. Verständlich, wie kann ein heiliger Ort so kommerziell und voll mit Touristen heilig sein?

Mein Lieblings-Motiv fand ich übrigens in unserem Navajo-Guide. (Foto oben links) Er hatte keinerlei Probleme damit sich ablichten zu lassen. Die Tafelberge spiegeln sich in den Gläsern der Brille wieder.

Als wir wieder am Besucherzentrum ankamen, dauerte unsere Tour schon mehr als 2h. Anscheinend waren wir wohl zu neugierig gewesen, oder unser Guide fuhr einfach zu langsam. Zuerst war ich skeptisch, auch des hohen Preises wegen. Doch letztendlich muss ich sagen, dass mich das Monument Valley überrascht hat. Eine Tour die ich (so wie wir sie erfahren haben) jedem empfehlen kann.

Wer am Monument Valley verweilt, der sollte sich den Sonnenuntergang definitiv nicht entgehen lassen. Die Tafelberge scheinen im roten Licht der untergehenden Sonne zu schweben. Ein Fotomotiv welches seines Gleichen sucht.

Monument Valley Panorama

Doch man sollte sich mit dem Schießen von Fotos beeilen. Die Sonne verschwindet schneller als man erwartet. Das folgende Bild zeigt die wirklich allerletzten Strahlen an der West Mitten Butte.

West mitten Butte

Wetter

Meistens war es recht freundlich. Einige Wolken bedeckten den Himmel doch die meiste Zeit zeigte sich die Sonne. Die Temperatur kletterte auf 31°C.

Unterkunft

Vom Monument Valley aus ging es direkt nach Page, einer kleinen aber berühmten Stadt am Glenn Canyon Stausee. Unsere Unterkunft war das Red Rocks Motel. Der Preis betrug $55 pro Nacht. Da wir ziemlich spät in Page ankamen, hatte die Rezeption natürlich nicht mehr geöffnet. Doch die freundliche Betreiberin, welche am anderen Ende des Red Rock Motels wohnt, hatte uns und anderen Gästen eine Nachricht hinterlassen. Und so kamen wir ohne Mühe in unser Zimmer und konnten am nächsten Tag einchecken. Das Red Rock Motel wird unsere Unterkunft für vier Nächte.

GPS-Track und Route