Private Webseite von Andreas Möller

07.09.2012 - Lower Antelope Canyon - Horseshoe Bend

Lower Antelope Canyon

Die wohl berühmtesten Slotcanyons der Welt sind die beiden Antelope Canyons in Page, Arizona. Es gibt den Lower Antelope Canyon und den Upper Antelope Canyon. Beide Canyons haben ihre Schönheiten und ihre Vor- und Nachteile. Gesehen haben, sollte man beide einmal. Der Lower Antelope Canyon beeindruckt durch seinen Farbenreichtum, vielen Details und den beiden Arches. Der Upper Antelope Canyon hingegen ist viel imposanter, da seine Wände ca. 30 Meter in die Höhe ragen. Nur hier kann man in den Sommermonaten um die Mittagszeit herum die sagenhaften Licht-Beams zu Gesicht bekommen. Für uns sollte es heute in den Lower Antelope Canyon gehen.

Eingang in den Lower Antelope Canyon

Doch bevor wir pünktlich um 09:00 Uhr am Eingang des Lower Antelope Canyons sein konnten, mussten wir unseren platten Reifen wechseln. Um 08:00 Uhr stand ich also mit ein paar anderen Leuten vor dem verschlossenen Eingang einer Autowerkstatt in Page und wartete bis der Chef ausgeschlafen hatte. Mit etwa 15 Minuten Verspätung, war ich aber gleich einer der ersten drei Leute, dessen Auto sofort repariert wurde. Nach insgesamt 30 Minuten wurde ein neuer Reifen aufgezogen und das Ersatzrad wieder ausgetauscht. Der ganze Spaß kostete Sage und Schreibe $280. Später bei der Abgabe des Mietwagens in Las Vegas bekamen wir den kompletten Betrag wieder in Bar zurückerstattet.

Es hat funktionert und wir waren fast exakt um 09:00 Uhr am Lower Antelope Canyon. Leider ist dieser Slot Canyon im gegensatz zum Upper Antelope Canyon nicht ausgeschildert. Die Anfahrt ist aber sehr einfach. Wenn man aus Page kommt und de US-98 entlangfährt, gibt es genau gegenüber zur Einfahrt des Upper Antelope Canyons eine Straße in Richtung Antelope Point. Hier biegt man nach links ab und dann findet man auch schon das Schild mit dem Hinweis auf dem Lower Antelope Canyon.

Arch im Lower Antelope Canyon Lower Antelope Canyon

Es gibt zwei Möglichkeiten den Canyon zu erkunden. Die meisten Touristen werden sicherlich eine geführte Tour für $20 (Stand 2012) unternehmen. Hier führt einen der Navajo Guide durch den Canyon und erzählt etwas über die Formen und Gesichter des Canyons. Beispielsweise gibt es einen Felsen der nach Lincoln oder Washington benannt wurde. Wer den Canyon allerdings etwas intensiver und genauer erkunden möchte, der kann sich für $26 (Stand 2012) einen Fotopass kaufen. Voraussetzung sind aber definitiv eine Spiegelreflexkamera und ein Stativ. Beides wird benötigt um einen solchen Fotopass zu bekommen. Doch mit diesem Permit hat man zwei Stunden Zeit sich frei durch den Canyon zu bewegen.

Und es lohnt sich wirklich! Natürlich hatte ich meine Kamera und ein Stativ dabei. Meine Zweitkamera gab ich meinem Freund, doch sein Stativ fehlte. Am Kassenhäuschen konnten wir uns aber ein Stativ für $5 ausleihen, toller Service. Auf unseren beiden Fotopässen wurde die Uhrzeit geschrieben, die sagte, wann wir den Canyon wieder verlassen mussten.

Am Eingang zum Lower Antelope Canyon befeindet sich eine Gedenktafel für die Todesopfer einer Flash Flood im Jahr 1997. Hier starben 11 Touristen. Seit dem sollen die Navajos angeblich mehrere Sicherheitsvorrichtungen angebracht haben. Der eigentliche Einstieg in den Canyon ist kaum zu erkennen und ist ein recht unscheinbarer Spalt im Wüstensand. Über Stahlleitern geht es hinab in die beeindruckende Tiefe des Lower Antelopes.

Hier unten befindet man sich in einer komplett anderen Welt. Das Klima ist angenehm kühl und die Wände strahlen in Gelb-, Rot- und Violett-Tönen. Die beste Uhrzeit zum Fotografieren ist der Morgen oder Vormittag. Mit dem Fotopass hatten wir genug Zeit um den ca. 300 Meter langen Canyon komplett zu erkunden und in Ruhe Fotos zu schießen. Außerdem unterhielten wir uns mit einigen Navajo Guides die immer mit den Touristengruppen durchgejagt sind. Einer von ihnen erzähle uns, dass die Preise für die beiden Antelope Canyons eigentlich viel zu hoch seien, doch die Leute zahlen halt.

Im Canyon gibt es zwei Arches, von denen der erste wohl der imposantere von beiden ist. Er sieht wie ein riesiges, in der Luft hängendes Ohr aus. Außerdem leuchtete er im indirekten violettem Licht. Es gibt zwar auch einige Beams wie im Upper Antelope Canyon, welche aber definitiv nicht so imposant sind. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass der Lower Antelope Canyon nicht ganz so hohe Wände hat und dementsprechend das Canyoninnere heller ist als im Upper Antelope Canyon. Einen Beam konnte ich trotzdem durch das Werfen von Sand sichtbar machen. (3. Foto unten) Der wohl gigantischste Beam im Lower Antelope Canyon ist der Lichteinfall durch den riesigen Arch hindurch.

Dieser Anblick blieb uns jedoch leider verwehr. Dafür ist die "Brennende Wand" (Foto links) kaum zu übersehen, eines mit der wohl schönsten Motive des gesamten Lower Antelope Canyons. Beeindruckend sind auch die vielen Gesichter, die in den Felsen zu finden sind.

Am Ende des Canyons befindet sich eine hohe Treppe die wieder ins Freie führt. Hier kann man noch einmal einen Blick in den Canyon von oben werfen und danach über einen Trampelpfad zurück zum Kassenhäuschen laufen. Alle geführten Touren enden hier, doch wir hatten noch ca. eine Stunde Zeit. Also gingen wir den Weg durch den Canyon zurück. Ein Weg, der sich definitiv lohnte, da sich die Lichtstimmung im Inneren von Minute zu Minute ändert.

Horseshoe Bend

Nach dem Abenteuer unter der Erde ging es zum Horseshoe Bend. An dieser Klippe hat man eine gigantische Aussicht auf den Colorado Rover, welcher sich durch das Tal frisst und dabei die Form eines Pferdehufes nachmacht. Der Parkplatz befindet sich südlich von Page auf der US-89 und ist ausgeschildert. Bis zum Horseshoe Bend sind es noch einmal ca. 700 Meter welche zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Der Boden dieses Wanderweges ist sehr sandig, was die Wanderung erschwert. Aber sie lohnt sich.

Wer hier fotografieren möchte, der braucht eine Ultraweitwinkel-Objektiv oder muss ein Panorama aus mehreren Fotos anfertigen. Die Ausdehnungen des Horseshoe Bend's sind einfach zu gewaltig. Genug Platz zum fotografieren gibt es hier alle Male. Wer möchte, kann noch etwas nach links oder rechts wandern um eine etwas seitliche Ansicht zu genießen.

Glen Canyon Dam

Ein beliebtes Ausflugsziel in der Gegend um Page ist der Glen Canyon Dam. Dieser Staudamm ist mit seinen 215 Metern Höhe und einer Breite von 475 Metern wesentlich größer als der Hoover Dam in Las Vegas. Merkwürdigerweise ist der Hoover Dam der berühmtere Staudamm. Das Visitor Center bieten einen einmaligen Einblick in die Bauarbeiten in den Fünfziger und Sechziger Jahren. Wir schlossen uns eine der halbstündig stattfinden Touren durch das Innere des Staudamms an. Der Eintritt kostet $5 pro Person (Stand 2012), ein sehr akzeptabler Preis.

Glen Canyon Dam

Unser Guide kommt aus Frankreich und konnte Deutsch sprechen. Scheinbar war er sehr stolz darauf und wies jedem der es hören wollte darauf hin. Auch auf seinem Namensschild prangte der Spruch: "Ich sprache Deutsch". Zuerst ging es auf den Dam hinauf, ständig von einer unauffällig folgenden Sicherheitskraft begleitet. Anscheinend stimmt das Klischee der paranoiden Amis wirklich. Nachdem unser Guide erzählte, dass der Wasserstand im Jahr 1983 so hoch war, dass der komplette Damm überflutet wurde, ging es in einen Fahrstuhl in der Mitte des Damms hinein. Zur Zeit unseres Besuches stand der Wasserpegel auf 60% unter dem Durchschnitt. Ausschlaggebend hierfür ist auch sicherlich die lange Dürre des Sommers 2012 in den USA.

Der Fahrstuhl brachte uns zum Grund des Damms welcher komplett mit Gras besät wurde. Der Grund liegt einfach nur darin, dass das Gras einfach schöner aussieht als trister, grauer Stein. Hier unten sieht man die Details des Staudamms und hat kurz vor dem Rückweg noch die Chance einen Blick auf die Turbinen zu erhaschen. Im Herzen des Damms wird durch 8 Generatoren Strom erzeugt.

Ein weiteres Highlight ist die 580 Meter lange Brück vor dem Staudamm, die Mike O Callaghan-Pat Tillman Memorial Bridge. Diese wurde erst im Jahr 2010 fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben. Sie soll den Verkehr entlasten und auch die Sicherheit des Staudamms gewährleisten.

The Nautilus

Die Nautilus ist ein kleine und eher unbekannte Felsformation im Grand Staircase-Escalante National Monument. Die Anfahrt gestaltet sich als außerordentlich einfach und die Wanderung zur Nautilus dauert keine 15 Minuten. Man biegt von der US-89 auf die White House Trailhead Road ab und parkt kurz vor der zweiten Washdurchquerung. Nach dem Aussteigen folgt man den Wash nach Links und wandert so lange, bis man die unübersehbaren, weißen Felsen erreicht.

Horseshoe Bend zum Sonnenuntergang

Das letzte Ziel des Tages war noch einmal der Horseshoe Bend. Diesmal sollte aber der Sonnenuntergang angesehen werden. Wie zu erwarten war, war der Parkplatz am Trailhead rappelvoll. Es waren definitiv mehr Menschen unterwegs als zur Mittagszeit. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir noch den Horseshoe Bend und suchten eine kleine Stelle abseits der Massen auf. Merkwürdigerweise verschwanden die meisten Leute nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war. Dabei zeigt sich doch die beste Stimmung erst einige Minuten nachdem die Sonne verschwunden ist.

Die Kontraste sind bei dieser Lichtsituation natürlich sehr hoch, so dass man ein wenig in die Foto-Trickkiste greifen muss. Die Sonne scheint zum einem direkt in die Kamera, dafür liegt der Horseshoe Bend komplett im Schatten. Ein (digitaler) Grauverlauf oder ein HDR helfen hier um die Lichtsituation einigermaßen in den Griff zu bekommen.

Wetter

Es war den ganzen Tag über warm (33°C) und die Sonne schien. Einige Wolken zogen nur nur am späten Nachmittag auf.

Unterkunft

Unsere Unterkunft war wieder das Red Rock Motel in Page.

GPS-Track und Route