Private Webseite von Andreas Möller

08.09.2012 - Upper Antelope Canyon - Alstrom Point

Upper Antelope Canyon

Der Upper Antelope Canyon ist der südlichere Slotcanyon der beiden Antelope Canyons. Nachdem wir gestern den Lower Antelope Canyon besuchten, sollte es heute der Upper Antelope sein. Dieser Slot Canyon ist für seine Beams um die Mittagszeit in den Sommermonaten berühmt. Dementsprechend werden auch die Preise zur sogenannten "High Season" erhöht.

Das erste was man bezahlen muss, noch bevor man das eigentliche Kassenhäuschen erreicht, ist eine Navajo Fee von $6 pro Person. (Stand 2012) Dieses Abgabe geht an den Stamm der Navajos und ist die Erlaubnis um das Navajo Land betreten zu dürfen. Der Eintritt vom Upper Antelope Canyon variiert nach Jahreszeit und Tageszeit. Das Ticket für eine geführte Tour in den Canyon kostete $30. eine zweistündige Foto-Tour kostete $40 und benötigt Reservierungen.

Beam im Upper Antelope Canyon

Meine Begleitung kaufte sich ein Ticket für die einfache Tour für $30 und ich wollte die Foto-Tour für $10 mehr buchen um bessere Bilder mit (hoffentlich) weniger Menschen vor der Linse zu schießen. So schrieb ich mich auf die Liste der Reservierungen für diese Tour und wir fuhren zurück nach Page um ein paar Einkäufe zu erledigen. Kurz vor 11 Uhr waren wir wieder am Upper Antelope Canyon. Die $6 Navajo Fee mussten wir nicht noch einmal bezahlen. Wir fuhren einfach links an der Autoschlange vorbei und zeigten unseren Kassenzettel vor. Lustiger Weise trafen wir wieder die beiden Schweizer Moni und Bruno. Page ist halt klein. Ich wollte noch mein Ticket für die Foto-Tour abholen und ging zur Schlange am Kassenhäuschen.

Das erste was mir gesagt wurde war, dass die Foto-Tour ausfallen würde, da sich zu wenig Leute (genauer genommen nur noch eine weitere Person) eingeschrieben hätten. Also kaufte ich mir auch ein Ticket für die reguläre Tour. Es warteten schon geschätzte 50 weitere Personen darauf, dass es endlich los ging. Doch zuerst wurden alle Leute in die Autos sortiert. Dazu rief die Navajo Frau, ich vermute mal sie war so etwas wie die Cheffin, die Nachnamen der Touristen auf. Oder besser gesagt, sie versuchte es. Nach einiger Zeit begann sie einfach nur noch zu Buchstabieren. Aber irgendwie gelang es alle Autos voll zu bekommen. Im Nachhinein wurde noch sortiert und einige Leute in ein anderes Auto gebracht. Auch Moni und Bruni, die vorne in unserem Truck saßen, mussten wieder hinaus. Es wird sicherlich seine Gründe haben. Danach wurden die Fahrer den Wagen zugewiesen. Auch hier schien es regelrecht Probleme zu geben. Es wurde getauscht aber das System verstand keiner.

Dann fuhren Personen die später eingestiegen waren, früher los und wir warteten eine halbe Ewigkeit. Doch das Beste war, als die Dame persönlich zu uns kam und erzählte, dass heute die Navajo Ferien begonnen hatten und alle ihre Fahrer auf einmal freigenommen hätten. Jetzt musste sie noch Fahrer organisieren und war wild am telefonieren. Der Lacher des Tages war die Aussage, dass hier lieber ein paar Deutsche arbeiten sollten. Was für ein Chaos.

Als es endlich los ging, versprach sie uns etwas länger als die anderen im Canyon zu verweilen. Wir hatten schon Verspätung. Den Upper Antelope Canyon kann man nicht so einfach betreten wie den Lower Antelope Canyon. Er befindet sich einige Kilometer vom Kassenhäuschens entfernt und man fährt auf der Ladefläche von Geländewagen den Wash hinunter. Die Fahrt durch den Wash ist schon ein Abenteuer. Der ganze Truck ruckelt und man hüpft auf und ab. Man muss wissen, dass es eine Menge von Tour-Anbietern gibt, welchen es gestattet ist, Tours durch den Upper Antelope Canyon zu führen. Ich war überrascht, als bei der Ankunft am Canyon schon geschätzte 15 Trucks standen. Andere Anbieter die direkt aus Page abfahren, waren hier zu finden. Es wurde voll.

Man betritt den Upper Antelope Canyon durch einen gewaltigen Schlitz in der Felswand und befindet sich dann schon direkt im wunderschönen Canyon. Gleich hinter den Eingang befand sich der erste große Beam. Ein toller Anblick. Leider führte uns die Frau Cheffin immer viel zu dicht an die Beams heran, so dass man sie nicht komplett aufs Bild bekommen konnte. Ich griff dann kurzerhand zum FishEye-Objektiv. Die Navajos werfen Sand in die Lichtstrahlen um den Leuchteffekt zu verstärken. Mit dem bloßen Augen sieht das fantastisch aus, für die Kamera ist das allerdings nichts. Wer keine weißen Beams auf den Fotos haben möchte, der sollte einige Zeit warten bis der Sand auf dem Boden gefallen ist und nur kleine Staubpartikel den Lichtstrahl erhellen.

Unser Guide, ich vermute ja immer noch, dass es ist die Cheffin, war riss den Touristen immer die Kameras aus der Hand und presste diese gegen die Felsenwände. Danach zeigte sie das entstandene Foto in die Runde und erzählte wie sie dieses Motiv nennen: "This is the Wave", "This is the Sunset", ... Auch meine Kamera wurde mir mehr oder weniger entzogen, doch ich finde, dass mein Motiv mit Abstand das schönste ist!

Lichtspiel im Antelope Canyon

Am Ende des Canyons legte sie sich auf den Boden und jeder Tourist durfte ihr die Kamera in die Hand geben. Das entstandene Foto kann man mit etwas Fantasie gut erkennen. Es ist der Kopf eines Kojoten.

Jetzt, da wir beide Antelope Canyons besucht haben, kann ich beide Canyons auch vergleichen. Für mich haben beide Canyons ihre Reize und es ist unmöglich, dass ich mich für einen "Lieblings-Canyon" entscheide. Der Lower Antelope Canyon hat den großen Vorteil, dass es hier noch die Möglichkeit gibt, sich frei zu bewegen (nur mit Foto-Permit). Dadurch entgeht man den Touristen-Strömen. Außerdem bietet der Lower Antelope zwei wunderschöne Arches und viele Details im Sandstein.

Der Upper Antelope Canyon ist definitiv imposanter, da in seinem inneren kaum Licht hinein fällt und die Wände so hoch ragen, dass man den Himmel nicht sieht. Hinzu kommen die beeindruckenden Beams zur Mittagszeit. Doch das schrecklichste am Upper Antelope Canyon sind die Touristenmassen. Selbst wenn man sich frei bewegen könnte, würde man immer irgendwo Personen herumstehen haben. Es ist viel zu eng und in der Gruppe wird man durch den Canyon gehetzt.

Hier gibt es noch ein Video was die Atmosphäre im Upper Antelope Canyon zeigt.

Im Upper Antelope Canyon (6.78 MB)

Toadstool Hoodoos

Da wir uns um 16:00 Uhr mit den Schweizern Moni und Bruni treffen wollten um gemeinsam zum Alstrom Point zu fahren, entschlossen wir uns in der gleichen Richtung liegenden Toadstool Hoodoos zu besuchen. Diese Hoodoos sind einfach zu erreichen und vor allem nicht so weit vom Trailhead an der US-89 entfernt. Als wir am Trailhead ankamen, standen schon einige Autos da, aber auf der Wanderung trafen wir nur ein paar wenige Leute.

GPS-Position: Toadstool Hoodoos

Alstrom Point

Bis zu unserer Verabredung um 16:00 Uhr, war es noch etwas hin. So besuchten wir das Visitor Center und fragten wie man am besten zu den Wahweap Hoodoos wandern könnte. Die Cottonwood Canyon Road war ja leider gesperrt, da starke Regenfälle die gesamte Straße weggespült hatten. Beim Verlassen trafen wir dann wieder Moni und Bruno. Die Welt ist wirklich klein. Direkt danach ging es auch los zum Anstrom Point.

GPS-Position: Alstrom Point

Der Weg beginnt in Big Water. Nach der Einfahrt in die "Stadt" biegt man in die nächste Straße nach Rechts ab. Wenn man nach ca. 1km den Wahweap Creek durchquert, dann ist man auf der richtigen Dirt Road. Ab hier ist der Alstrom Point auch ausgeschildert. 99% der Anfahrt erfordert weder 4WD noch große Bodenfreiheit. Doch kurz bevor man das Ziel erreicht, gibt es eine sehr gefährliche Stelle an der man durchgerüttelt wird. Doch mit und etwas Augenmaß konnten wir diese Stellen meistern. Hier wird definitiv hohe Bodenfreiheit benötigt. Wer sein Auto nicht belasten möchte, der sollte lieber hier parken und zu Fuß weiter laufen. Bis zum Alstrom Point sind es von hieraus ca. 3km zu Fuß. Die besagte Stelle befindet sich an folgender Position.

GPS-Position: Ab hier nur mit HC weiter fahren

Wir fuhren noch ein wenig weiter, da der Weg hier wieder besser zu werden schien. Ein Trugschluss. Schließlich wurde es uns auch zu bunt und wir liefen die restlichen Meter bis zum Alstrom Point. Die Sonne stand schon recht tief und die Schatten wurden lang, doch der Anblick auf den Lake Powell war einfach einmalig.

Vom Alstrom Point aus hat man einen der wohl schönsten Ausblicke auf den Lake Powell. Dieser Stausee ist das Resultat des Glen Canyon Staudamms. Neben einigen Badestellen und Wassersport-Aktivitäten, findet man hier auch einige versteckte Slot Canyons. Diese kann man nur per Boot erkunden. Seine schönste Seite zeigt der Lake Powell wenn das Licht der Sonne gerade noch die höchsten Erhebungen der Canyonlandschaft erreicht.

In der Dunkelheit ging es dann zurück nach Page und in ein Steakhaus. Die Bedienung war zwar überfreundlich und fragte uns alle 2 Minuten ob alles OK sei, aber dafür war das Steak für einen respektablen Preis viel zu klein. Zum Glück gab es im Anschluss noch ein Eis.

Wetter

Mit 33° war es wieder warm und diesmal gab es keine einzige Wolke am Himmel zu sehen.

Unterkunft

Wir übernachteten wieder im Red Rock Motel in Page.

GPS-Track und Route