Private Webseite von Andreas Möller

03.09.2012 - Canyonlands NP - Mesa Verde NP

Mesa Arch

Unser Wecker klingelte schon um 03:00 Uhr am Morgen, oder besser gesagt in der Nacht. Das Ziel war nämlich der Mesa Arch im Canyonlands Nationalpark. Als wir gegen 05:00 Uhr ankamen, fanden wir schon einen Fotografen Paul Michael, und seinen "Assistenten". Er erzählte uns, dass er für Peter Lik, den Mann, der den Mesa Arch berühmt gemacht hatte, gearbeitet hat. Wer schon mal am Terminal 3 des McCarran International Airports in Las Vegas war, der sollte mal auf ein Riesenpanorama vom Sonnenaufgang am Mesa Arch achten. Dieses Foto stammt von Peter Lik. Außerdem gibt es im Venetian in Las Vegas eine Ausstellung zu Peter Lik's Werken.

Die Nacht war noch Sternenklar und der (fast) Vollmond schien hoch am Himmel. So entstanden die ersten Fotos des Tages vom Mesa Arch in den frühen Morgenstunden. (Foto oben links) Nach einiger Zeit trudelten nach und nach andere Fotografen ein und stellten ihre Stative auf. Wir hatten uns natürlich schon vorher die besten Plätze reserviert. Beim Warten auf den Sonnenaufgang lernten wir uns alle ein wenig besser kennen. Eine große jugendliche Gruppe aus Deutschland (Franken), Denis Billen, ein Chinese, der in den Staaten lebt und noch ein paar andere waren anwesend. Natürlich wurden auch Kontaktdaten ausgetauscht. Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeden Morgen am Arch so eine angenehme Atmosphäre wie an diesem Tag geherrscht hat. Einige der Anwesenden berichteten über Drängeleien am Vortag und davon, dass sich einige Leute einfach vor die Kameras der anderen gestellt hatten. Es sei auch viel voller gewesen. Um 07:03 Uhr standen dann ca. 10 Kameras bereit um die ersten Sonnenstrahlen zu empfangen.

Mesa Arch

Und das hier war unsere kleine "Mesa Arch Connection".

Mesa Arch Connection

Canyonlands Nationalpark

Der Canyonlands Nationalpark ist einfach zu groß um ihn an einem Tag zu erkunden. Wir besuchten das nördliche Areal und fuhren von Viewpoint zu Viewpoint um die Ausmaße des Nationalparks von oben zu betrachten. Der erste Stop nach dem Mesa Arch war der Green River Overlook. Die Sonne stand noch recht tief und die Schatten der Canyonwände waren lang. Die Furchen im Canyonlands NP sehen aus wie in den Fels gepresste Handabdrücke, in denen man die einzelnen Finger klar erkennen kann. Hier schlängelt sich der Green River durch den roten Fels. Nur dicht am Flussufer findet man üppige Vegetation. Die restliche Landschaft ist karg.

Weiter ging es zur Island in the Sky. Diese ist der südlichste Aussichtspunkt, welchen man per Auto im nördlichen Gebiet des Canyonlands NP erreichen kann. Früher wurde in diesem Gebiet Uran abgebaut. Auch der Buch Canyon Overlook ähnelt den anderen Aussichten. Hier verengen sich die Canyonwände und formen eine Pfeilspitze.

Unsere letzte Station im Canyon Lands NP war der Whale Rock am Upheaval Dom. Wie der Name schon sagt sieht der Fels wie ein großer Wal aus. Die Wanderung auf den Wal hinauf ist nicht besonders schwer, dafür bekommt man einen Klasse Anblick auf den Upheaval Dom und die restlichen Canyonlands geboten. Das war auch schon unser kurzer Aufenthalt in diesem Nationalpark. Doch wir hatten an diesem Tag viel vor. Noch etwas bezüglich der sanitären Anlagen der Gegend: Vor manchen Dixies der dem Wal gegenüberliegengen Rastplatzstation sollte man sich sehr hüten, jedenfalls waren sie in einem unglaublich erschreckenden Zustand, als wir sie aufsuchten.

Dead Horse Point State Park

Der Dead Horse Point ist ein kleiner State Park welcher direkt am Canyonlands NP angrenzt. Der Eintritt kostetet hier $10 pro Fahrzeug. (Stand 2012) Seinen Namen erhielt der State Park weil angeblich eine Pferdeherde hier oben vergessen wurde. Die armen Pferde sind dann verdurstet und somit entstand der Name "Ort der toten Pferde".

Dieser State Park bietet vielleicht einen der schönsten Ausblicke der Canyonlands. Es gibt aber auch einige Wanderwege und andere Viewpoints die man besuchen kann. Wir sind jedoch nur zur "Standard Aussicht" gegangen. Doch diese ist wirklich beeindruckend.

Dead Horse Point SP

Hier haben wir die Deutschen wieder getroffen, denen wir oben auf dem Delicate Arch im Arches NP begegnet sind. Sie haben sich darüber geärgert, dass sie den Sonnenuntergang verpasst hatten und wir tauschten Kontaktdaten aus und versprachen die Fotos vom Sonnenuntergang am Delicate Arch nachzureichen.

Corona Arch

Die Anfahrt zum Corona Arch war das erste Highlight. Da wir vom Dead Horse Point SP kamen, hätten wir eine komplette Schleife über Moab fahren müssen um zum Corona Arch zu gelangen. Wir entschieden uns jedoch, die kürzere Variante über die Long Canyon Road zu nehmen - eine unbefestigte Straße. Neben hoher Bodenfreiheit braucht man vor allem gute Stoßdämpfer. Man wird auf dieser Straße durchgerüttelt und durchgeschüttelt. Uns überholte noch ein richtiger Geländewagen (Jeep Wrangler) mit doppeltem Tempo. Später jedoch kroch er genauso langsam über die Straße wie wir. Auf halben Weg sah es so aus, als ob der Weg durch einen riesigen heruntergefallenen Felsbrocken versperrt wurde. Doch der Trick besteht darin, einfach unter dem Fels hindurch zu fahren. Der Fahrer des Geländewagen vor uns erkundete auch erst einmal den Abstand des Bodens zum Felsen um zu sehen, ob er auch durchpasste. Aber es war alles kein Problem für ihn und auch für uns.

Und das zweite Highlight folgte zugleich... Zu Beginn der Wanderung trafen wir einen Mann, den wir später "Schnaufender Hulk Hogan" getauft hatten. Aus einem "How are you doing?" wurde somit (leider) eine Unterhaltung. Er sah vom Äußeren aus wie der ehemalige Profi-Wrestler Hulk Hogan. Der Bart passte auch und er erzählte uns, dass er aus Arizona komme und wenn man in Arizona wohnt, dass man dann auch viel Wandern und sportlich sein würde. Während wir uns unterhielten, verringerte sich unser Tempo spürbar um die Hälfte und ich fragte mich ob wir noch vor Sonnenuntergang zurück seien. Schließlich sollte die Reise noch weiter gehen. Zum Glück traf er dann auf halben Weg einen anderen Wanderer auf dem Rückweg. So ließen wir ihn einfach schwitzend und prustend zurück. Das beste jedoch war: Wir haben ihn am Arch nicht wieder gesehen! Auf dem Rückweg saß er eine Zigarette rauchend mit seinem neuen Freund in einer Felsspalte im Schatten und erzählte uns davon, dass er den Arch von weitem gesehen habe und dass das genug sei. Wir hingegen seien noch jung...

GPS-Position: Corona Arch Trailhead

Kommen wir zur eigentlichen Wanderung. Diese ist eigentlich nicht weiter anstrengend oder lang. Gleich am Anfang überquert man eine Zugstrecke. Das Besondere hier ist, dass die Erbauer dieser Strecke einfach durch den Fels hindurch gebaut haben. Aber hütet euch davor die "Abkürzung" an den Schienen entlang zu gehen!

Nach zwei kleinen Klettereinlagen über Leitern hat man den Corona Arch schon im Blickfeld. Dieser gigantische Steinbogen kann sehr leicht übersehen werde, da er sich perfekt seiner Umgebung anpasst. So muss man schon zweimal hinsehen um ihn zu entdecken. Seine imposante Größe lässt einen richtig klein aussehen. (3. Foto unten) Einige Meter bevor man unter dem Corora Arch steht, findet man ein Loch in der Canyondecke. Das ist der Bowtie Arch. (1. Foto unten) Hier spült das Wasser regelmäßig die Wand aus, was auch tiefe Furchen im Fels hinterlassen hat.

Mesa Verde National Park

Unser Plan war eigentlich der, etwas länger im Canyonlands NP zu verbleiben. Doch wir entschieden uns spontan nur ein paar Viewpoints anzufahren und gegen Mittag am Corona Arch zu sein. Unser Ziel waren die Bisti Badlands in New Mexico und um die ca. 5 Stunden Fahrt etwas interessanter zu gestalten besuchten wir den Mesa Verde NP. Die Entscheidung wurde in keinster Weise bereut.

Wir erreichten den Mesa Verde NP gegen 17:00 Uhr und kauften sofort am Visitor Center Tickets für eine Führung durch den Cliff Palace. Zwei Tickets kosteten $6 (2012). Der Cliff Palace ist eine alte Siedlung der Pueblo Ureinwohner und ist die größte Ruine im Nationalpark. Insgesamt findet man hier über 600 Ruinen und Hinterlassenschaften. Die meisten von ihnen sind nicht einmal richtig erkundet bzw. entdeckt worden.

Die Tour startete pünktlich um 18:00 Uhr und war wirklich sehr interessant. Der Guide erzählte uns, wie er als kleines Kind ein Bild des Cliff Palace in seinem Geschichtsbuch enteckt hatte und nicht glauben konnte, dass es solche Ruinen auch in den USA geben könne. Vielmehr dachte er, dass er nach Schottland oder England reisen müsse, um solche Bauwerke zu bewundern. Seine Faszination war zu spüren.

Nach der Führung ging die Sonne schon unter und wir mussten uns mit einer kleinen Runde durch den Nationalpark begnügen. Einige Häuser der Pueblo konnte man von innen besichtigen und auch die Viewpoints zeigten in den Canyonwänen versteckte Ruinen. Der Cliff Palace ist jedoch nach wie vor das imposanteste Bauwerk der alten Bewohner. Gut versteckt, oder?

Was uns leider negativ aufgefallen ist, sind riesige Landstriche von verbrannten Bäumen. Hier scheint es wohl ein großes Feuer gegeben zu haben.

Wetter

Diesmal war es etwas heißer als die letzten Tage. Das Thermometer zeigte 36°C an und es war den ganzen Tag über blau und klar.

Unterkunft

In der Dunkelheit fuhren wir nach New Mexico in die Bisti Badlands. Das sollte gleichzeitig unser nächstes Ziel werden. Wir schlugen unser Zelt direkt am nördlichen Parkplatz der Bistis auf. Die Nacht war irgendwie unheimlich, da der Wind durch die einsame Gegend pfiff.

GPS-Track und Route