Private Webseite von Andreas Möller

02.09.2012 - Arches NP

Devils Garden

Der Devils Garden ist der nördliche Komplex des Arches NP. Hier findet man den größten Arch den Welt, den Landscape Arch. Bei Sonnenaufgang strahlt dieser Arch im rotem Licht, daher sind wir früh aufgestanden. Doch es war wohl doch schon etwas zu spät, denn bereits am Campground begannen die Steine rot zu leuchten. Wir waren auch nicht die ersten am Trailhead, aber der Parkplatz war bis auf ein-zwei Autos komplett leer. Wanderschuhe zogen wir nicht an, da der Weg gut erschlossen war, ein Fehler wie sich später herausstellte. Dann, nach einer etwas schnelleren Wanderung erreichten wir den riesigen Arch. Die Sonne stand schon ziemlich hoch über den Horizont, so dass der Landscape Arch immer noch etwas rötlich glühte. Feuerrot glühende Steine wie im Valley of Fire gab es leider nicht.

Jetzt hatten wir Zeit und konnten den Rest vom Devils Garden erkundschaften. Der erschlossene Wanderweg endete und ein Schild deutete auf eine Wanderung über Stock und Stein zum Double O Arch hin. Nun "bewährten" sich unsere Flip Flops. Aber letztendlich war es kein großes Problem mit diesen Schuhen zu klettern.

Der Schock des Morgens geschah auf halben Weg zum Double O Arch. Meine Augen waren bei den roten Steinen und ich erschrak ganz schön, als ich nach unten guckte. Plötzlich befand sich eine ca. 1,5 Meter lange, schwarze Schlange direkt zwischen meinen Füßen. Die erste Reaktion war natürlich: "Bloß keine Klapperschlange". Doch die Aufregung legte sich und das Tier wurde beobachtet. Wir riefen noch zwei jugendliche Amerikaner herbei, die gerade vom Navajo Arch kamen. Später am Visitor Center erfuhren wir, dass es sich bei dem Tier um eine sog. Great Basin Gopher Snake handelte. Die Schlange war recht langsam unterwegs, vielleicht landete sie deshalb zwischen meinen Füßen und floh nicht eher.

Wir schlossen uns den beiden Amerikanern an und wanderten gemeinsam zum Double O Arch. Der Weg dorthin ist ohne die Steinhaufen am Rand kaum zu finden. Vor allem gibt es am frühen Morgen noch keine Fußspuren denen man folgen kann. So geschah es auch, dass wir uns gegen Ende der Wanderung ein wenig verliefen. Doch man konnte den Arch aus der Ferne auch schon erkennen. Der Arch war viel größer als erwartet und passt kaum komplett auf das Bildformat. Auch ein Hinaufklettern war möglich. Jedoch empfehle ich jedem, sich festes Schuhwerk anzuziehen. Das Hinaufkommen war für mich kein Problem, aber der Abstieg war so schwierig, dass ich nach einigen Fehlschlägen nach einen paar Schuhen der Größe 42 gefragt hatte. Einer der beiden Amerikaner half mir aus und der Abstieg ging recht problemlos vonstatten.

Auf dem Rückweg schauten wir noch bei dem Navajo Arch und dem Partition Arch vorbei. Wenn man kein Ultra-Weitwinkel Objektiv besitzt, dann bekommt man die beiden Arches kaum komplett aufs Bild hinauf. Weitere Highlights des Devils Garden sind der Tunnel Arch und der Pinetree Arch. Doch langsam kamen die Besucherströme in den Park geströmt. Die ganze Ruhe des Morgens war dahin. Wieder am Auto angekommen, war der Parkplatz komplett voll und einige Wagen drehten eine zweite Runde um eine Lücke zum Parken zu finden.

Windows Section

Nachdem ich die Massen am Devils Garden Trailhead gesehen hatte, habe ich mir das Schlimmste für die Windows Section ausgemalt. Im Großen und Ganzen wurden meine Befürchtungen erfüllt. Der Parkplatz war komplett voll, aber wir haben einfach am Straßenrand am Ende des Loops geparkt. Doch bevor man auf die Suche nach einer Parkmöglichkeit geht, begrüßt einem der Balanced Rock.

Das erste Ziel war der Double Arch. Ein wirklich imposanter Steinbogen, besser gesagt zwei! Denn wie zwei Finger schlingen sich die Bögen über den Grund. Ein recht einfacher und kurzer Wanderweg führt bis ins Innere beider Bögen. Wer möchte, der kann hier auch klettern.

Auf der anderen Seite des Parkplatzes befindet sich die Windows Section. Hier findet man das Nord- und Süd-Fenster, sowie den Turrent Arch. Mir waren hier eindeutig zu viele Touristen unterwegs, so dass man kaum vernünftige Fotos schießen konnte. Ein sehr beliebtes Motiv ist das "Doppelte Loch" in dem der South Window durch den Turret Arch hindurch fotografiert wird. Bei klarem Wetter kann man von den beiden Fenstern (North & South Window) aus die La Sal Mountains erkennen.

Bevor es nun zur letzten Station im Arches NP ging, fuhren wir noch nach Moab um Einkäufe zu erledigen und um zu tanken.

Delicate Arch

Nachdem wir noch einen kleinen Abstecher nach Moab eingelegt hatten um zu essen und Vorräte zu kaufen, sollte es auf den wohl berühmtesten Arch von Utah gehen, den Delicate Arch. Dieser Steinbogen ist sogar auf den Nummernschildern der "Utha-raner" zu finden. Der Trailhead ist ausgeschildert und leicht zu finden. Wir hatten glücklicherweise direkt einen Parkplatz gefunden und konnten uns sofort auf die Reise machen. Es zog übrigens währenddessen eine dicke Gewitterwolke direkt am Trailhead vorbei. Oha...

Die Wanderung hoch zum Delicate Arch ist sehr einfach. Zuerst geht es vom Parkplatz weg über eine Brücke und später über Felsen entlang immer bergauf. Es ist nicht zu steil und auch für ungeübte Personen zu empfehlen. Nach ca. 30 - 60 Minuten erreicht man den Delicate Arch, ein wahnsinnig toller Anblick. Der Arch sieht schon auf Fotos imposant aus, aber wenn man davor steht, dann ist das doch etwas anderes. Leider gibt es auch hier Scharen von Touristen. Und deren Benehmen war katastrophal. Eine Wasserflasche und ein Objektivdeckel landeten in der Senke am Arch. Es kümmerte sich keiner um die Entsorgung, obwohl man problemlos hinunter klettern konnte. Auch moderne "Graffitis" verzierten einige Stellen am Arch. Es war kaum möglich Fotos vom Arch zu machen ohne dass Menschen ins Bild rannten. Doch es gelang. 

Die Gewitterwolke verzog sich. Und wir erkundschafteten auch die Gegend um den Arch herum. Man kann sehr leicht auf einen Felsen hinter dem Arch klettern. Leider hat man von dort aus noch mehr Touristen im Bild.

Der Delicate Arch ist für seine Sonnenuntergänge berühmt. So warteten wir ca. 3 Stunden bis die Sonne unterging. Doch die Hoffnung auf einen klasse Sonnenuntergang schwand immer mehr. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, denn der Himmel war komplett dicht. (Zu Unrecht wie sich später herausstellte) In der Ferne zogen dicke Gewitterwolken auf und zogen direkt vor die Sonne. Für den Rest des späten Nachmittags lag der Arch nur im Schatten und die Motivation sank weiter.

Doch dann zum Sonnenuntergang gab es den Anblick schlechthin!

Die Sonne schaffte es unter der Gewitterwolke hindurch zu scheinen und sie ließ den Arch feuerrot erstrahlen. Besucher, die sich direkt vor dem Arch befanden, wurden zurück gepfiffen. Ein klasse Anblick. Doch am beeindruckendsten war die Kombination aus erleuchtetem Arch und den Wolkenstrukturen des Gewitters. Die sog. Mammatus Wolken (Erste Foto unten) schwebten direkt über uns, in der Ferne regnete es stark und helle Blitze durchzogen den Himmel.

Der Rückweg entwickelte sich ebenfalls zum Abenteuer, denn das Gewitter rückte immer näher und es begann zu stürmen und zu regnen. Einige Leute wanderten gerade erst zum Arch hinauf. Viel zu gefährlich, denn die Blitze waren genau über uns. Wir sprinteten den Weg hinab und wurden ziemlich nass, doch glücklicherweise war es wieder nur ein Streifschuss der Gewitterzelle(n) gewesen. Auf dem letzten Viertel des Weges hörte es auf zu regnen und anhand des Blitz-Donner Zeitunterschieds konnte man erkennen, dass sich das Gewitter verzog. Einige Leute drehten sich um und versuchten das Gewitter zu fotografieren oder zu filmen. Die Atmosphäre wurde massiv aufgewertet, indem die Superzelle noch vom Restlicht der Sonne beleuchtet wurde.

Leider viel die Ranger-Show am Campground wieder aus, also legten wir uns gleich schlafen. Morgen sollte es sehr früh raus gehen.

Wetter

Wieder war es am Morgen klar und es gab keine Wolken am Himmel. Der Nachmittag war fast komplett bedeckt und am Abend gab es Gewitter mit Starkregen. Diesmal wurden wir auf dem Rückweg vom Delicate Arch nass. Das Thermometer kletterte auf 34°C. Die folgende Superzelle wurde in der Nähe des Trailheads zum Delicate Arch aufgenommen.

Superzelle im Arches NP

Unterkunft

Und erneut übernachteten wir am Devils Garden Campground im Arches NP.

GPS-Track und Route