Private Webseite von Andreas Möller

31.08.2012 - Neon Canyon - Golden Cathedral

Anfahrt

Um den Neon Canyon und die Golden Cathedral zu erreichen muss man eine lange Anfahrt auf ungeteerten Wegen in Kauf nehmen. Ein Auto mit 4WD (Allrad) und HC (hoher Bodenfreiheit) ist hier Pflicht. Man folgt der Hole in the Rock Road von Escalante kommend immer in Richtung Süden bis zu einem Wegweiser mit der Aufschrift "Egypt". Hier biegt man ab und folgt der Straße. Am Anfang ist die Piste noch recht eben und etwas sandig. Doch vor allem gegen Ende der Strecke muss man einige sehr sandige und steile Passagen bewältigen. Wir mussten sogar einen großen Brocken aus dem Weg räumen weil das Herumfahren, so wie es andere Autos taten sicherlich den Unterboden von unserem Ford Escape zerkratzt hätte. Ich frage mich immer noch wie es einige Wanderer mit ihrer Limousine geschafft haben am Trailhead anzukommen.

GPS-Position: Egypt Trailhead

Die GPS-Koordianten markieren den Trailhead. Nachdem wir uns am Trailhead in das Büchlein mit Namen, Anzahl der Wanderer etc. eingetragen hatten, ging es auch schon los. Die Wanderung zur Golden Cathedral ist eine Tageswanderung und sehr anstrengend. Man überwindet gute 550 Höhenmeter und der kürzeste Weg führt direkt durch Wüstensand.

Wanderung zur Golden Cathedral

Vom Trailhead aus ist es eigentlich relativ einfach den Neon Canoyn mit der Golden Cathedral zu erreichen. Man benötigt keinerlei Navigationshilfen. Aber der Rückweg ist ohne Navigationsgerät oder Kompass kaum zu meistern. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass man auf der Wanderung zum Neon Canyon immer einen Anhaltspunkt hat. So einen Anhaltspunkt gibt es für den Rückweg aber nicht. Hier gilt es den eigenen Fußtapsen zu folgen. Auf dem Hinweg muss man einfach nur geradeaus in Richtung des markierten Felsens. (Foto unten) Schon vom Trailhead aus ist er zu sehen.

Während der Wanderung verliert man diesen Fels öfter aus den Augen. Aber keine Angst, wir haben ihn immer wieder gesehen und unsere Richtung leicht korrigiert. Unser GPS half zusätzlich. 

Gleich am Anfang galt es vom Trailhead hinab auf die große Ebene zu klettern. Es gibt zwar einige Steinfiguren die den Weg weisen, aber der Felsen ist die beste Orientierungsmöglichkeit die man bekommen kann. Beim Abstieg sollte man sich etwas rechts halten, da hier der Abstieg nicht ganz so steil ist. Auf der Ebene angekommen, erreicht man wortwörtlich die Prärie. Die Landschaft ist von rotem Sand, kargen Sträuchern und Felsplatten geprägt. Doch auch so langweilig die Landschaft erscheinen man, wir fanden recht interessante Fels-Formationen und Arches. Irgendwann, nach ca. 4km, erreichten wir den Punkt an dem wir in den Canyon hinab mussten. Hier hat man einen fantastischen Ausblick auf den Escalante River mit seiner üppig-grünen Vegetation. Der Fluss hingegen ähnelt einer Schlammgrube. Des Weiteren sieht man schon den Eingang des Neon Canyons. Wer sich immer in Richtung des dem markanten Fels gehalten hat, der wird direkt zum Eingang geführt. Der Abstieg in den Canyon ist recht unproblematisch, da es einem wirklich gut markierten Weg hinab geht. Das einzige Problem ist der Rückweg. Da hier sehr viel Sand liegt, wird der Aufstieg zu einer Qual werden.

GPS-Position: Abstieg zum Escalante River

Kurz bevor man den Neon Canyon betritt, muss man noch den Escalante River durchqueren. Das erste Problem ist dabei sich durch das dichte Geäst der Bäume zu kämpfen. Es gibt zwar markierte und niedergetrampelte Wege, aber dennoch ist es nicht einfach zum Fluss zu gelangen. Bei unserer Überquerung stand das Wasser gerade einmal geschätzte 30cm. Doch bitte unterschätzt die Strömung nicht und tastet euch langsam durch den Fluss.

Neon Canyon und Golden Cathedral

Nach der Flussüberquerung befindet man sich im Neon Canyon. Dieser Canyon beeindruckt durch seine hohen und gestreiften Canyonwände. Neben dem rot-orangen Grundton findet man hier schwarze, vertikale Streifen. Vermutlich wird noch Rest-Wasser im Canyon zu finden sein. Wir mussten sogar einmal durch eine tiefe Pfütze waten, da am Ende des Canyons kurz vor der Golden Cathedral dicke Brocken den Weg versperrten. Auf dem Rückweg fand ich allerdings einen Umweg auf dem man nicht nass wurde. Dafür musste ein wenig geklettert werden.

Die Golden Cathedral erreicht man nach ca. 15 bis 30 Minuten. Übersehen kann man sie nicht, denn sie ist groß und gleichzeitig das Ende des Weges. Die Golden Cathedral ist sogar so riesig, dass ich sie nicht komplett in den Bildausschnitt meiner Kamera bekommen habe. Nur ein Panorama aus mehreren Fotos schaffte da Abhilfe. Des weiteres ist die Akustik mit der einer großen Halle oder einer Kirche zu vergleichen. Auf dieser Website gibt es ein Video wo jemand "Ave Maria" in der Golden Cathedral gesungen hat. Sehr beeindruckend!

In der Mitte der steinernen Kathedrale befindet sich ein See. Ich glaube, dass er immer da sein wird, da kaum genug Sonnenlicht das Innere erreicht um den See verdunsten zu lassen. Ich wollte testen wie tief er ist, doch ich habe mich nicht getraut tiefer als bis zu den Knien hinein zu gehen. Hinzu kommt, dass der Sand sehr fein ist und man im Matsch versinkt. Das Foto links zeigt den Größenvergleich zwischen mir der Golden Cathedral. Das beeindruckendste Merkmal der Golden Cathedral sind die zwei Löcher direkt über dem See. Hier haben Wasser und Flash Floods jahrtausende lang am Fels genagt und gebohrt. Das erste Loch schien das Wasser bereits aufgegeben zu haben, so dass es begann ein weiteres Loch zu bohren. Jetzt klaffen zwei große Öffnungen in der Kathedrale.

Das beste Licht zum Fotografieren hat man am Vormittag. Zu dieser Zeit scheint die Sonne noch nicht direkt in den Canyon hinein. Wir kamen genau zur rechten Zeit an.

Rückweg

Gleich nach Aufbruch im Neon Canyon trafen wir wieder unsere Ungarn die wir zwei Tage zuvor im Zebra Slot getroffen hatten. Was für eine Überraschung. Sie erzählten uns, dass sie keinerlei Navigationsmittel bei sich hatten und mehrmals durch den Fluss und den Fluss entlang in den Neon Canyon gefunden hatten. Vermutlich waren sie durch den Fench Canyon gewandert. Wir erklärten ihnen wie man über den kürzeren, direkten Weg zurück zum Trailhead kommt und wir versprachen unseren Weg gut zu markieren. Im Sand sollten sie nur unseren Fußspuren folgen.

Der Rückweg ist wohl der härteste Teil der Wanderung. Es gilt 400 Höhenmeter zu überwinden. Gleich nach der Flussüberquerung führt ein sandiger Weg wieder hinauf aus den Canyon hinaus. Der Weg ist zwar gut gekennzeichnet, aber man muss viele Pausen einlegen und wie immer sollte man genug Wasser bei sich führen. Oben angekommen gibt es absolut keinen Anhaltspunkt an den man sich richten kann. Das einzige was man schon auf den Hinweg arrangieren kann, sind die eigenen Fußspuren denen man folgen kann. Wir taten genau das um zurück gekommen. Als Nothilfe hatten wir allerdings auch ein GPS-Gerät bei uns. Es ist jedoch nicht immer einfach die eigenen Fußspuren zu entdecken, denn der Weg führt nicht immer durch den Wüstensand. Viele Felsen und harte Flächen erfordern manchmal das Suchen der eigenen Fußspur. Der letzte (zum Glück) steinerne Aufstieg zum Trailhead lockt einen dann die letzten Reserven aus den Beinen.

Wetter

Es war bewölkt aber auch die Sonne schien durch die Wolkendecke. Die Temperatur stieg auf 23°C (Laut Internet). Es kam einem aber viel wärmer vor.

Unterkunft

Eigentlich wollten wir am Egypt Trailhead unser Zelt aufschlagen. In der Registrierungs-Box gibt es Permits für eine kostenlose Übernachtung. Diese hatten wir auch schon bereits ausgefüllt, doch als wir von der Wanderung zurück kamen, waren wir so hungrig, dass wir uns entschieden nach Escalante zurück zu fahren. Es sollte wieder das Escalante Outfitters INN werden, in dem es so lecker geschmeckt hat. Danach fuhren wir zu dem Calf Creek Falls, da am Trailhead auch ein Campingplatz existiert. Leider stellten wir bei einer Runde durch den Campingplatz fest, dass alle Plätze belegt waren. Der Campground-Aufseher (übrigens ehrenamtlich) sagte uns: "Alle. Alle bis auf einen." Und so bekamen wir doch noch Campground #1! Dieser war leicht zu übersehen. Am Abend dann tranken wir mit unserem Nachbarn ein Glas Whisky-7Up. Eine komische Mische, die aber anscheinend in seiner Region so üblich sein. Eine Übernachtung am Campground kostet $7. (Stand 2012) Toiletten sind vorhanden und es gibt eine Badestelle mitten im Campingplatz am Fluss des Calf Creeks.

GPS-Track und Route