Private Webseite von Andreas Möller

12/13/14.09.2012 - Havasu Canyon

Reservierung

Eine Wanderung in den Havasu Canyon und den Wasserfällen sollte gut geplant werden. Zu allererst darf es keine Tageswanderung werden. Die Entfernungen sind einfach zu groß. Selbst am Trailhead wird mit dem Schild "NO DAY HIKING" gewarnt.

Reservierungen werden ausschließlich telefonisch angenommen. Die Telefonnummern findet man auf der Webseite des Havasupai Stammes. Man benötigt jedoch etwas Geduld und Zeit um jemanden zu erreichen. Wir haben bereits im März unseren Campingplatz reserviert. Am Telefon wird nach dem Namen und dem Zeitraum des Aufenthalts gefragt. Danach bekommt man eine Reservierungsnummer welche allerdings nicht wirklich wichtig ist. Aufschreiben sollte man sich diese Nummer trotzdem.

Beim Telefonieren in die USA sollte man sich jedoch über die Kosten im klaren sein. Es gibt zum Glück einige Methoden wie man billig in die USA telefonieren kann. Ich habe beispielsweise den Anbieter CallCheap benutzt. Man ruft eine deutsche Festnetznummer an und gibt dann die Telefonnummer der USA auf der Tastatur des Handys an. Mit der Vorwahl 0511 habe ich also ein Ortsgespräch nach Hannover bezahlt.

Achtung: Wer sich nicht anmeldet, der bezahlt den doppelten Preis bei der Ankunft in Supai.

Havasu Falls

Hualapai Canyon

Der Hualapai Hilltop ist der Ausgang für einen Trip in den Havasu Canyon. Diesen erreicht man ausschließlich über die Hualapai Hilltop Road. Wer also vom Grand Canyon South Rim kommt, so wie wir, den bleibt nichts anderes übrig als den großen Umweg über die 89 und die 40 zu nehmen. Es gibt zwar kürzere Verbindungen zum Hilltop, aber nicht einmal die Indianer benutzen diese. Von der Benutzung dieser unpaved Roads wird strengstens abgeraten. Auf der Hualapai Hilltop Road sollte man sehr vorsichtig fahren. Wir wurden mehrmals gewarnt, dass wir nach Tieren ausschau halten sollen, besonders bei Dunkelheit. Auf unseren Weg zum Hilltop sahen wir zwei Rehe und zwei Hasen.

GPS-Position: Hualapai Hilltop Parkplatz

Am Hilltop angekommen findet man einen riesigen Parkplatz sowie Toiletten vor. Der Parkplatz war voller Autos, doch wir fanden eine Lücke dicht am Trailhead. Wir erreichten den Hilltop gegen 22:00 Uhr in der Nacht und legten uns gleich im Auto schlafen. Irgendjemand frage uns noch nach einem Starterkabel. Leider konnten wir nicht weiterhelfen. Die Nacht verbrachten wir mit zurückgeklappten Lehnen und Schlafsack im Auto. Bei Sonnenaufgang ging es zu Fuß mit Gepäck hinab in den Canyon.

Es gibt drei verschiedene Wege das Dorf Supai zu erreichen. Der billigste Weg ist die Wanderung durch den Hualapai Canyon zu Fuß. Die schnellste Alternative ist die Überquerung des Canyons per Helikopter. Eine Route kostet $85 pro Person (Stand 2012). Der Helikopter benötigt ca. 5 bis 10 Minuten für eine Strecke. Allerdings fliegt der Helikopter nur zu bestimmten Uhrzeiten und auch nur an speziellen Tagen in der Woche. Man sollte sich vorher informieren. Hier gilt: first come, first serve. Wer sich zuerst in die Liste einträgt, der wird auch zuerst bedient. Eine letzte Alternative ist es sich auf dem Pferderücken zum Dorf reiten zu lassen. Außerdem gibt es die Möglichkeit sein Gepäck von den Pferden bis zum Campground transportieren zu lassen. Die Wanderung durch den Canyon erfolgt dann zu Fuß.

Hualapai Canyon

Wir traten die lange Wanderung samt Gepäck zu Fuß an. Am frühen Morgen bieten die Canyonwände ausreichend Schatten. Nach einem längeren Abstieg vom Hilltop in den Canyon hinein, ca. 30 Minuten, folgt man den Weg durch den recht eintönigen Canyon bis zu einer Gabelung. Hier erreicht man den Havasu Canyon. Ein Schild mit der Aufschrift "Gleich seid ihr in Supai :)" lässt neue Kraft für den weiteren Weg tanken. Ab hier ändert sich die Landschaft schlagartig in ein grünes Paradies.

Auf der Wanderung kamen uns mehrere Karavanen von Pferden und Eseln entgegen. Merkwürdigerweise ohne Gepäck und Lasten. Später fanden wir heraus, dass diese Esel das Dorf versorgten und die Lebensmittel oder andere Güter zurück nach Supai tragen. Alles im Allem dauert die Wanderung einen ganzen Vormittag und war recht anstrengend. Vom Hilltop bis zum Dorf Supai sind es ca. 13km. Achtet bei der Wanderung auf ausreichend Wasser und gutes Schuhwerk.

Auf einem kleinen Infoblatt werden einem die Entfernungen vom Hilltop aus aufgelistet:

  • Hilltop - Supai: 13km
  • Hilltop - Navajo Falls: 15,3km
  • Hilltop - Havasu Falls: 16km
  • Hilltop - Mooney Falls: 17,7km
  • Hilltop - Beaver Falls: 21km
  • Hilltop - Colorado River: 27km

Supai und Campground

Das kleine Dorf Supai ist der erste Wegpunkt den man auf der langen Wanderung zu den Havasu Falls erreicht. Mitten im Canyon liegt dieses unscheinbare Dorf zwischen grüner Vegetation und roten Felswänden. Die beiden Wächter, die Wiigliva, sind zwei markante Felsen westlich von Supai und das erste was man vom Dorf erkennt. Laut der Legende wachen die Wiigliva über Supai. Trotz der Abgeschiedenheit ist Supai komplett auf den Tourismus eingestellt. Es gibt ein Tourismus Office, ein Museum, eine Polizeistation, ein Geschäft, ein Cafe, eine Feuerwache, ein Krankenhaus, ein Hubschrauberlandeplatz, eine Poststation, ein Tribal Office, eine Schule, eine Kirche und eine Lodge. Die restlichen Grundstücke sind privat. Überall sieht man Pferde, Ponys und Hunde.

Touristen Armband

Das Dorf wird übrigend mit Esel Karawanen versorgt. Die Indianer treiben am frühen Morgen die Esel zum Hilltop durch den Hualapi Canyon. Dort werden die Esel mit Kisten und Kartons beladen, um später wieder zurück ins Dorf zu traben. Größere Sachen werden per Helikopter geliefert. Im Cafe gibt es typisch amerikanische "Gerichte". Man hat die Wahl zwischen großen Burgern, Taccos oder Hot Dogs. Als Beilage gab es für uns mit Käse überbacke Pommes. Ich empfand das Essen als etwas trocken, aber geschmeckt hat es. Außerdem kann man sich ein typisch amerikanisches Frühstück bestellen. Traditionelles Essen kennen die Bewohner wohl nicht. Sie sind komplett auf Fastfood eingestellt.

Wenn man das Dorf erreicht, muss man sich zuerst im Tourismus Office anmelden. Hier wird geprüft ob man eine Reservierung für den Campingplatz hat. Wer eine Reservierung in der Lodge hat, der muss sich direkt an der Lodge anmelden. Egal ob Camping oder Lodge, man muss eine sogenannte Fee bezahlten um das Reich der Havasupai zu betreten. Es werden nur Cash, Visa und Mastercard akzeptiert. Danach bekommt man ein Armband mit seinen Namen, der Anzahl der Personen in der Gruppe und den Zeitraum des Aufenthalts. Manch einer wird dieses Bändchen sicherlich von Dorffesten o.ä. kennen. Dieses Armband muss man während des gesamten Aufenthalts am Armgelenk tragen und bei Aufforderung vorzeigen. Allerdings scheint sich nicht wirklich jemand dafür zu interessieren. Außerdem haben wir eine Karte bekommen auf der das Dorf und die Wasserfälle mit samt den Entfernungen in Meilen und Kilometern eingezeichnet sind. Jedoch benötigt man die Karte nicht wirklich, da es nur 2 Richtungen zum laufen gibt und im Dorf Supai kann man eigentlich nichts verfehlen.

Um den Campground zu erreichen muss man noch etwa eine halbe Stunde zu Fuß der Ausschilderung folgen. Man geht dabei an den beiden Wasserfällen, den Navajo Falls und den Little Navajo Falls vorbei und erreicht schließlich die beeindruckenden Havasu Falls. Direkt nach dem leichten Abstieg beginnt der Campground. Dieser ist sehr lang gezogen und erstreckt sich fast bis zu den Mooney Falls. Hier gilt: First come, first serve. Man kann sich also frei aussuchen wo man sein Zelt aufschlagen möchte. Wir haben uns einen netten kleinen Platz am Wasser gesucht. Schatten gibt es genug. Außerdem verfügt der Campground über Dixi-Klos, saubere Toilettenhäuschen und einer natürlichen Quelle um Trinkwasser aufzufüllen. Duschen gibt es keine, dafür ist es überall erlaubt im Havasu Canyon zu baden. Außerdem verfügt Campingplatz über ausreichend Sitzgelegenheiten.

Havasupai Indianer

Kirche in Supai

Das erste was einem auffällt ist, dass wirklich (fast) alle Indaner unglaublich dick sind. Das verwundert aber rech wenig, wenn man sich die Speisekarte des Cafes anguckt. Im kleinen Laden gab es nur T-Shirts in Übergrößen. Außerdem kamen mir viele recht unfreundlich vor. Der Großteil der Havasupai Indianer ignorierte eine Begrüßung oder ließ nur einen kleinen Laut von sich vermerken. Es gab aber auch sehr freundliche Indianer mit denen man einen kurzen Smalltalk halten konnte. Viele sind per Pferd unterwegs oder mit einer Art Golfwagen. Nur wenige laufen zu Fuß. Das abendliche Beisammensein kann man mit dem der Jugendlichen aus der westlichen Welt vergleichen. Mehrere Grüppchen von Indianern saßen am Straßenrand und tranken "Cola" oder versteckten sich zwischen den Bäumen. Den Geruch von Marihuana konnte man nicht ausweichen. Zwischen den Bäumen fanden wir auch eine riesige Flasche Whisky.

Trotz dem blühenden Tourismus leben hier noch viele Indianer in ärmlichen Verhältnissen. Als wir den Campingplatz verlassen haben, wollten wir einen Schlafsack wegschmeißen und fragten wo wir ihn denn entsorgen könnten. Der Indianer nahm den Schlafsack und eine Isomatte dankend an.

Man muss sich einfach an die eigenartige Verhaltensweise der Indianer gewöhnen. Vielleicht liegt es daran, dass die westliche Welt in ihr abgeschiedenes Dorf Einzug gehalten hat oder vielleicht ist ihnen der Tourismus einfach zu viel.

Navajo und Little Navajo Falls

Die ersten Wasserfälle die man auf dem langen Weg durch den Havasu Canyon sieht, sind die Navajo Falls. Sie verstecken sich links hinter grüner Vegetation. Wer sich nicht umsieht und zurückblickt, kann diese Wasserfälle leicht übersehen. Sie wurden währen der Großen Flut im Jahr 2008 stark in Mitleidenschaft gezogen. Doch die Flut hat auch neue Wasserfälle erschaffen, die Little Navajo Falls. Die befinden sich nur wenige Meter flussabwärts in Richtung des Zeltplatzes.

Navajo Falls und Little Navajo Falls sind zwei kleine, recht nett anzusehende Wasserfälle. Doch die Flut scheint hier viel verändert zu haben. Ein Zaun sperrt das hintere Gebiet ab. Hier besteht die Gefahr von herabrutschendem Gestein. Anscheinend eine Folge der Flut. Außerdem scheint hier ein Waldbrand ausgebrochen zu sein. Auf der anderen Seite des Flusses, am Friedhof der Havasupai Indianer, sieht man verkohlte schwarze Bäume. Eine Landschaft voller Gegensätze.

Havasu Falls

Regenbogen an den Havasu Falls

Die Havasu Falls sind die berühmtesten Wasserfälle des Havasu Canyons. Über die Jahre hinweg haben sie ihr Aussehen ständig verändert. Zuletzt im Jahr 2008 als eine gewaltige Flash Flood als Folge eines Dammbruches den kompletten Canyon flutete. Touristen mussten mit Helikoptern gerettet werden und die Wasserfälle sowie die Kaskaden des Havasu Falls wurden zerstört. Es wird Jahre dauern, bis sich die Natur wieder erholt hat.

Ein sehr beindruckendes Video der Flut findet man auf YouTube.

Noch heute, 4 Jahre nach der Flut, sind die Auswirkungen immer noch zu sehen. Das Gelände sieht aus als wäre es umgegraben worden. Man sieht überall auf dem Weg zum Campground und auch in dem Gebiet der Wasserfälle weggespülte Bäume und ausgewaschenes Erdreich.

Die ständige Veränderung der Wasserfälle kann man sehr schön anhand von Fotos dokumentieren.

Auch wenn jetzt die schönen Kaskaden zerstört worden sind und die Havasu Falls etwas angeschlagen aussehen, ist dieser Ort noch ein kleines Paradies auf Erden. Die Natur wird sich erholen und den Wasserfall wieder neue Pracht verleihen.

Da die Havasu Falls direkt am Campingplatz liegen, verwandeln sie sich zu Mittag in ein Freibad. Das kühle Nass ist die beste Methode um der Sommerhitze zu entfliehen. Auch die Havasupai Indianer kommen manchmal hier her um den Dorfalltag zu entfliehen. Wer hier fotografieren möchte, der sollte die frühen Morgenstunden nutzen oder den späten Nachmittag nutzen. Nur zu diesen Zeiten bilden sich keine störenden Schatten. Außerdem schwimmen zu diesen Zeiten keine Leute in den Pools.

Havasu Falls bei Nacht

Wenn der Himmel klar ist, dann sollte man einmal in der Nacht den Wasserfall besuchen. Eine Taschenlampe ist natürlich absolute Pflicht. Außerdem sollte man auf Klapperschlangen und Skorpione achten. Diese Tiere sind weitestgehend Nachtaktiv. Wir trafen auf den Rückweg auf eine Tarantel mit nur 7 Beinen. Sie war langsam unterwegs und wohl verletzt gewesen.

Als wir in der Nacht aufgebrochen sind, trafen wir vor dem Einfang zum Zeltplatz eine Mädchengruppe. Sie sind zu spät vom Hilltop aufgebrochen und sind so in kompletter Dunkelheit gewandert. Die Polizei des Dorfes hat sie glücklicherweise eingesammelt und zum Zeltplatz gefahren. In der Dunkelheit sieht man zwar nichts vom Wasserfall, aber fern von jeglicher Lichtquelle ist der Sternenhimmel einfach unbeschreiblich klar.

Mooney Falls

Die Mooney Falls sind mit ca. 65 Metern die größten Wasserfälle im Havasu Canyon und sehr beeinruckend. Wer hinab zu den Mooney Falls steigen möchte, der muss einen nicht ganz ungefährlichen Abstieg in Kauf nehmen. Hier wurden Höhlen in den Fels geschlagen und steile Leitern und Ketten helfen einem zum Fuß der Canyonwand zu gelangen.

Der Wasserfall verdankt seinen Namen einem Arbeiter, der im Jahr 1882 beim Bau der Tunnel gestorben ist. Auf einer Hinweistafel wird ausdrücklich vor dem Abstieg gewarnt. Aufgrund der hohen Luftfeutigkeit sind die Trittbolzen, das Gestein und Ketten immer rutschig. Aber wer vorsichtig ist und nicht nach unten schaut, kommt ohne Probleme unten an. Nur bei Gegenverkehr könnte es zu einem Problem kommen!

Unten angekommen, findet man einen Rastplatz mitten im Flussbett. Wer möchte, der kann auch hier baden gehen. Zwischen einer üppigen Vegetation und roten Canyonwänden, schlängelt sich das Wasser über Kaskaden und Gestein durch den Canyon. Die Auswirkungen der großen Flut von 2008 sind hier zwar noch erkennbar, aber kaum anzusehen, wenn man es nicht wüsste. Möglicherweise hat die Kraft des Wassers hier bereits abgenommen oder die Natur hat sich schnell erholt.

Wanderung zum Colorado

Am zweiten Tag nahmen wir uns die Wanderung zu den Money Falls und letztendlich zum Colorado, dem Herzen des Grand Canyons, vor. Wer diese Wanderung absolvieren möchte, der sollte gut vorbereitet sein und eine Tageswanderung einplanen. Neben genug Trinkwasser sollte man auch bedenken, dass man mehrmals den Fluss durchqueren muss und auch eine Stärkung zwischendurch kann nicht schaden. In den Sommermonaten wird es schnell dunkel, daher sollte man sicherheitshalber immer eine Taschenlampe dabei haben.

Der Weg zum Colorado ist kein Zuckerschlecken. Abgesehen von der Länge der Wanderung, geht es wirklich über Stock und Stein. Das Terrain ändert sich ständig und man durchquert hohe Grasfelder, sandige Abhänge, große Felsbrocken und kletter über provisorische Leitern die Canyonwände hinauf und hinab. Beim Durchqueren der Grasfelder haben wir immer einen Stock dabei gehabt um Klapperschlangen zu vertreiben. Die Tiere spüren die Erschütterungen schon von weitem und treten meistens die Flucht an.

Die Fotos vermitteln ein paar Impressionen des Canyons, können aber leider, wie so oft, nicht die Atmosphäre und die Eindrücke vor Ort wiederspiegeln. Die muss man selbst erlebt haben.

Havasu Canyon

Doch die Anstrengung lohnt sich. Die einzigartige Natur und hunderte von Wasserfällen sind einmalig. Sogar eine riesige Palme lässt ein wenig Tropen-Feeling aufkommen. Der Weg führt rechts vom Fluss die Canyonwand hinauf. Leitern und Seile helfen einem bei dem Aufstieg. Dieser sieht gefährlicher aus als er ist und ist eigentlich von jedem Menschen zu meistern. Von hieraus hat man eine Aussicht auf die Kaskaden des Havasu Rivers und es gibt es hier oben unzählige Kakteen zu bewundern. Bevor man das Gebiet der Indianer verlässt und den Grand Canyon NP betritt, kommt man noch an den Beaver Falls vorbei. Ein Hinweisschild markiert die Wasserfälle. Bis zu diesem Punkt findet man immer wieder Sitzgelegenheiten und Rastplätze. Die Beaver Falls markieren ungefähr die Hälfte des Weges bis zum Colorado. Der Trail zum Colorado führt zwar weiter oberhalb der Wasserfälle entlang, jedoch kann man zu den Beaver Falls hinabsteigen und sogar den Fluss überqueren. Über eine Leiter kann man auf die Wasserfälle hinauf steigen.

Beaver Falls

Auf dem Weg zum Colorado durchquert mindestens sieben Mal den Fluss. Man sollte die Strömung keinesfalls unterschätzen! Bei jeder Flussüberquerung sollte der Weg gut gewählt sein. Das Wasser darf nicht zu tief sein und man sollte festen Halt haben. Die Schuhe sollte man auf keinen Fall ausziehen, da einem sonst der feste Stand im Wasser fehlt. Das heißt: Man wir nass. Auf dem Rückweg ist es dann passiert und meine Begleitung rutschte mitten im Havasu River aus.

Kurz nachdem wir den Grand Canyon NP betreten haben, geht es über einen felsigen Abstieg wieder hinunter zum Fluss. Prägt euch diese Stelle unbedingt ein. Wir haben uns auf dem Rückweg an dieser Stelle verlaufen, da wir den Aufstieg übersehen haben. Zwar wurde der Aufstieg mit den üblichen gestapelten Steinen markiert, aber ein ähnlicher Steinhaufen lag auf der anderen Seite des Flusses. Also überquerten wir auf dem Rückweg fälschlicherweise den Fluss und wussten dann nicht mehr wie es weiter geht. Das Gebiet kam uns fremd vor. Der Canyon teilt sich an der besagten Stelle in Haupt-Canyon und Seiten-Canyon. Auf dem Rückweg sollte man sich hier links halten und auf den Aufstieg achten, dieser befindet sich kurz vor der Gabelung und ist leicht zu übersehen. Zum Glück konnte man von unten die Kakteen-Felder sehen und ich vermutete stark, dass wir nach oben mussten. Nach ca. 15 Minuten Irrweg, waren wir wieder auf den richtigen Pfad.

je dichter wir den Colorado kamen, desto mehr Menschen kamen uns entgegen. Jedoch trafen wir nur ein einziges Paar das aus unserer Richtung kam. Es stellte sich heraus, dass mehrere Rafing-Boote angelegt hatten und die Leute den idyllischen Ort zum Baden und relaxen benutzen. Kurz bevor wir den Colorado erreichten trafen wir noch auf zwei Dickhornschafe (Bighorn Sheeps).

Bighorn Sheeps

Nach einer gefühlten unendlich langen Wanderung, erreichten wir endlich den Colorado. Die Wände des Havasu Canyons verengten sich wie in einem Slot Canyon und letztendlich endete das türkise Wasser in dem dreckigen Braun des Colorado Rivers. Für diesen Anblick hat sich der lange Weg wirklich gelohnt.

Der Rückweg kam mir wesentlich kürzer vor als der Hinweg. vielleicht lag es daran, dass wir ein ganz schönes Temp und so gut wie keine Pausen hinlegten. Der Grund für das Tempo war die Uhrzeit. Die Sonne stand schon recht tief und wir wollten noch vor Einbruch der Dunkelheit im Dorf Supai sein um zu Essen. Außerdem wussten wir nicht wann das Cafe schießt. So marschierten wir zügig zurück in Richtung Supai. Dabei verliefen wir uns ein wenig (Siehe oben) und verloren ca. 15 Minuten. Außerdem wurden wir von einer Schlange aufgehalten die ich unbedingt fotografieren wollte. Es war unsere Schlange Nummer 6 und damit auch die letzte, die wir gesehen haben. Sie war ca. 2 Meter lang und hatte eine wunderschöne schwarz-weiße Färbung. Leider verkroch sie sich im Gebüsch und wollte perdu nicht fotografiert werden. Es war eine sehr schönes Exemplar einer Kalifornischen Kettennatter.

Wir erreichten das Dorf noch rechtzeitig und verspeisten unsere wohlverdiente Malzeit. Als wir den halbstündigen Weg zurück zum Camground gingen, war die Dämmerung bereits eingetreten. Wir erreichten die Havasu Falls in kompletter Dunkelheit. Eine Taschenlampe zeigte und den Weg.

Alles im allem hat die Wanderung (Campground - Colorado - Supai) ca. 9 Stunden gedauert und wir haben ungefähr 25km zurückgelegt. Ein krönender Abschluss!

Nach dieser Wanderung entschieden wir uns den Helikopter zurück zum Hilltop zu nehmen. Hier gilt: Wer zuerst kommt, wird zuerst bedient. Ein Flug pro Person samt Gepäckstück kostet $85. (Stand 2012) Man kann in Cash bezahlen oder seine Kreditkarte zücken. Der Helikopter fliegt jedoch nicht jeden Tag, die genauen Zeiten muss man sich am Visitorcenter erfragen. Wir trafen ca. eine Stunde vor Abflug ein und stoßen auf andere Wanderer, die schon mehrere Stunden warteten. Doch anscheinen hatten wir glück gehabt. Normalerweise wartet hier eine ganze Horde von Menschen auf ihren Rückflug. Der Helikopter brachte große Gegenstände vom Hilltop in das Dorf. Auf den Rückflug nahm er bis zu 6 Touristen mit zurück.

Das war das Ende von unserem Besuch bei den Havasupai.

Wetter

Nachdem es am gestrigen Tag im Grand Canyon nur geregnet hatte, waren wir etwas skeptisch. Doch das Wetter änderte sich rapide. Während des gesamten Aufenthalts im Havasu Canyon war keine Wolke am Himmel zu sehen. Es war warm und das Klima kam mir tropisch-feucht vor. Die Temperatur kletterte auf 24°C, doch es kam einem aber viel heißer vor.

Unterkunft

Zwei Nächte lang schliefen wir im Zelt mitten im Havasu Canyon. Der Campingplatz wird weiter oben beschrieben.

GPS-Track und Route