Private Webseite von Andreas Möller

26.08.2012 - Coyote Buttes North - The Wave

Permit

Das tolle Gebiet der Coyote Buttes North wird streng reglementiert und kontrolliert. Pro Tag dürfen nur 20 Personen das Gebiet und die Wave betreten. 10 Permits werden online verlost und 10 Permits kann man einen Tag vor Antritt der möglichen Wanderung im Visitor Center in Kanab ergattern. (Stand 2012) Genauere Informationen zur Permit-Vergabe findet man hier.

Wir haben unsere Permits im Internet bekommen. Es sind 2 Permits am 15. des Monats für unsere Wunschtermine frei geworden.

Anfahrt

House Rock Valley Road

Wir sind vom Zion NP gestartet und sind durch Kanab in Richtung Wave gefahren. In Kanab haben wir noch einen Stop im Visitor Center eingelegt und 2 Permits für den 27.08. zurückgegeben. Wir hatten Permits für 2 Tage und warum sollte man denn zwei Mal hintereinander zur Wave gehen? Da sollen lieber andere Leute die Chance bekommen.

Im Visitor Center erfuhren wir auch, dass der Wash am Wire Pass überflutet ist, somit gibt keinen Zugang zum Gebiet vom Norden über den Wire Pass. Wir mussten also nach Süden die 89 entlang fahren. Kurz hinter dem Ausgang des Kaibab National Forest biegt man links in die House Rock Road ab. Von hier sind es noch ca. 1 Stunde bis zum Wire Pass Trailhead, je nachdem wie schnell man auf der ungeteerten Piste fährt.

GPS-Position: Wire Pass Trailhead

Wanderung

Am Trailhead angekommen, trägt sich in ein Buch ein. Das dient der Sicherheit. Wenn etwas passiert, dann wird ein sogenannter Notfall-Kontakt angerufen. Die Nummer für den "Emergency Contact" sollte immer von jemanden sein, der logischerweise nicht in der Wandergruppe ist.

Vergesst nicht, genug Wasser mitzunehmen! Wir hatten ca. 4 Liter pro Person dabei gehabt. Bitte ebenfalls ans Essen denken. Dann kann es auch schon losgehen.

Der Weg führt zuerst am Coyote Wash entlang und zweigt dann nach rechts in die Coyote Buttes ab. Den Abzweig kann man eigentlich nicht verfehlen. Wer ein Permit ergattert hat, der bekommt auch eine ausführliche Wegbeschreibung mit Text und Bildern. Nach einiger Zeit sieht man schon die wundervolle Landschaft der Coyote Buttes North. Man sollte sich definitiv Zeit nehmen um die Umgebung zu erkunden. Leider haben wir festgestellt, dass die meisten Menschen direkt zur Wave wandern und danach gleich wieder zurück. Wir trafen 2 Italiener, 4 Schweizer, 2 Deutsche und eine Dame aus Montana. Und nur ein Pärchen erkundete die Gegend um die Wave herum.

GPS-Position: The Wave

An der Wave angekommen, sollte man erst einmal verschnaufen und die Gegend genießen. Die Wave ist wirklich was besonderes und verdient den Schutz durch das Permit-System definitiv. Der rote Sandstein ist sehr brüchig und ich habe mich immer schlecht gefühlt, als ich trotz Vorsicht etwas davon abgetreten hatte. Nach einer kleinen Pause sollte man die Wave an sich intensiv erkundigen. Es gibt hunderte von Fotomotiven und die Lichtstimmung ändert sich dauernd.

The Wave Panorama

Wie bereits erwähnt, hat die Umgebung eine Menge zu bieten. Nehmt viel Zeit mit und erkundet die Landschaft auf eigenen Faust. Wir sind auf direkten Wege zur sogenannten Second Wave gewandert. Hier gibt es eine Menge Hügel mit tollen Strukturen. Auf dem Weg zur Second Wave findet man einen halben Cheeseburger. Man muss sich umdrehen um ihn zu erkennen. Wenn es geregnet hat, dann spiegelt sich die Landschaft in den entstandenen Pools. Die Second Wave lässt sich von beiden Seiten gut ablichten. Als wir dort ankamen, zog in der Ferne ein Gewitter auf. Einige Minuten später begann es dicke Tropfen zu regnen. Zum Glück verfehlte uns das Gewitter und es verblieb bei wenigen, aber dicken Tropfen.

Das Gewitter verzog sich und es bot sich uns ein einmaliger und imposanter Anblick. Am "West Clark Bench", einem Berg im Hintergrund, hatten sich gewaltige Wasserfälle gebildet. Diese flossen direkt in den Buckskin Gulch. Die Flash Flood dort war vorprogrammiert.

Flash Flood an der West Clark Bench

Als sich die Wolken verzogen hatten, kehrten wir um und kletterten auf den Top Rock. Es ist nicht einfach dort hochzuklettern, da die Felswände recht steil sind. Wir nahmen den Weg von Norden und wanderten zurück zur Wave und zu den anliegenden Brain Rocks, Felsen die wie Gehirne aussehen. Dann ging es hinauf auf den Top Rock. Versucht nicht direkt hinaufzuklettern, das kostet viel Energie und ist auch recht gefährlich. Wir haben die selbst ernannte "Serpentinen-Technik" benutzt. Oben angekommen, hat man einen gigantischen Ausblick auf die gesamte Coyote Buttes North. Im Norden sieht man die Brain Rocks (3. Foto unten) und die Wave (2. Foto unten), im Westen die Second Wave und den Cheese Burger, und im Süden erkennt man die sogenannten Teepees. (1. Foto unten)

Oben gibt es noch einen großen Arch zu entdecken, den Top Rock Arch. (4. Foto oben) Hier findet man Schatten, wir legten eine Pause ein. Die Aussicht auf das westliche Gebiet der Coyote Buttes North sollte man sich nicht entgehen lassen!

GPS-Position: Top Rock Arch

Unsere Wanderung ging weiter auf dem Dach des Top Rock's zur Wind Carved Bowl. Leider fanden wir keinen geeigneten und vor allem ungefährlichen Weg hinab in die Bowl hinein. Also gingen wir wieder den Top Rock hinab und umrundeten ihn vom Osten her. am südlichen Punkt konnte man wieder problemlos aufsteigen. Wir nutzten wieder unsere "Serpentinen-Technik".

Als nächstes ging es zum Melody Arch, einen großen Bogen der eine noch größere "Höhle" umspannt. Auf der Außenseite der Höhle befindet sich ebenfalls ein Arch, oder besser gesagt: Ein Loch in der Wand. Dieses natürliche Fenster bietet einen Ausblick auf die Teepees. Von hieraus stiegen wir wieder ein wenig ab und gingen in Richtung der Wind Carved Bowl. Diese riesige, halbe Halle ist voll mit Wüstensand. So stellt man sich die Sahara vor.

Unsere nächsten Ziele lagen noch weiter südlich. Wir sind dem GPS gefolgt und glatt zu hoch auf einem Plateau gelandet. Das Ziel waren die Royal Crown Butte und der Hamburger. Die Royal Crown Butte ist eigentlich nicht zu verfehlen und sie verdient ihren Namen zurecht. Beim Hamburger hingegen sind wir direkt der Luftlinie gefolgt. Wir sahen das Steinchen zwar, aber ca. 20 Meter unter uns. Um den Hamburger zu erreichen, muss man runter gehen und an der Royal Crown Butte vorbei wandern. Danach gibt es keine kleine Kletterpartie am Hang. Passt bitte auf, dass ihr immer sicheren Halt habt, bevor ihr einen Fuß vor dem anderen setzt. Der Hamburger bietet Schatten und ist ein guter Platz zum Rasten.

Hier noch die GPS-Koordinatern (WGS84)

GPS-Position: Melody Arch GPS-Position: Royal Crown Butte GPS-Position: Hamburger

Von Süden zogen weitere Gewitter mit kräftigen Regenschauern auf. Wir entschieden nochmal zur Second Wave zu gehen, da hier eine sehr tolle Lichtstimmung herrscht. Wir nahmen den östlichen Weg um den Top Rock herum über die Brainrocks zurück zur Wave. Die Wave lag jetzt im Schatten und bot in neuem Licht neue Motive. Die Süd-Seite der Second Wave lag jetzt nicht mehr im Schatten, sondern wurde direkt von der Sonne angeleuchtet. Allerdings brauchten wir immer etwas Zeit bis die gewünschten Motive beschienen wurden. Der Grund waren die Wolken am Himmel.

Als das Gewitter näher kam, verließen wir die Coyote Buttes North, sicher ist sicher. Das Gewitter zog dicht an uns vorbei, traf uns zum Glück aber nicht. Der Rückweg empfand ich als wesentlich einfacher als den Hinweg, keine Ahnung warum.

Das GPS sagte übrigens, dass wir 19km gewandert sind. Wow, das ist beachtlich. Allerdings sollte man diesen Wert kritisch betrachten, da das GPS nicht genau ist und auch im Stand eine Art Bewegung am Fleck aufgezeichnet wird. Aber so wie sich meine Füße anfühlten, waren es mit Sicherheit mindestens 15km.

Wetter

Diesmal war es mit 90°F (32°C) nicht ganz so heiß. Am Morgen und frühen Nachmittag war der Himmel klar. Gegen Mittag zogen aus der Ferne dicke Gewitterwolken direkt in unsere Richtung. Glücklicherweise verfehlten uns alle. Wir bekamen lediglich für ein paar Minuten einige dicke Tropfen ab. Was jedoch beeindruckend war, waren die neu entstandenen Wasserfälle auf einem Berg am Horizont. Das Wasser floss dort in Strömen in die Tiefe. Das Foto im Bericht weiter oben zeigt eindrucksvoll wie Regenfälle zu einer Flash Flood werden können.

Am Abend gegen 17 Uhr war der Himmel fast komplett bedeckt. Durch einige Wolkenlücken zeigte sich die Sonne, am Horizont regnete es stark. Doch der beste Anblick bot sich uns während der Autofahrt!

Unterkunft

Wir campten wieder am Mather Campground im Zion NP wie am Vortag.

GPS-Track und Route