Private Webseite von Andreas Möller

Einleitung

Kasachstan

Bei Kasachstan denk man zuerst an Prärie, arme Dörfer und Borat. Doch wenn man sich genauer mit dem Land beschäftigt, merkt man, dass Kasachstan sehr viel zu bieten hat. Moderne Architektur, atemberaubende Landschaften und sehr nette Leute.

In manchen Bereichen ist Kasachstan sogar weiter entwickelt als Deutschland. Ich möchte hier nur mal das Internet und den Bereich Mobilfunk nennen. Für wesentlich kleinere Preise gibt es hier viel höhere Geschwindigkeiten als in Deutschland und in jedem noch so kleinem Dorf hat man Empfang.

Kasachstan ist noch wenig touristisch erschlossen. Das kann vom Vorteil aber auch zum Nachteil sein. Zum einem ist man weit ab vom Massentourismus und kann die Landschaften und Sehenswürdigkeiten ohne Menschenmassen und großen Trubel genießen. Doch leider ist die Infrastruktur auch nicht so ausgebaut, wie man es aus anderen Ländern gewöhnt ist. Für mich ist das jedoch kein Hindernis. Wer Dinge in einer einsamen Gegend erkundet, der nimmt die Eindrücke und Stimmung der Landschaft viel besser auf. Man fühlt sich noch wie ein Entdecker. Das ist doch viel schöner, als schnell mal den Eiffelturm zu fotografieren, um seinen Freunden zu zeigen: "Guckt mal, ich war auch da".

Sprache

Um sich in Kasachstan zu verständigen, sollte man unbedingt Russisch verstehen und sprechen können. Neben Kasachisch ist Russisch zwar die zweite Amtssprache in ganz Kasachstan, aber es gibt viele Kasachen die gar kein Kasachisch sprechen können. Englisch verstehen nur sehr sehr wenig Leute. Wenn überhaupt, dann nur am Flughafen oder an einigen wenigen touristischen Orten. Nicht einmal die Polizei spricht englisch. Der Grund hierfür ist, dass die meisten Touristen aus den ehemaligen sowjetischen Ländern kommen.

Wer sich also in Kasachstan verständigen möchte, der sollte entweder Russisch lernen oder sich einen Reisebegleiter zulegen. Hände und Füße tun es zwar auch, führen aber nicht immer zum gewünschten Ergebnis.

Geld

In Kasachstan zahlt man mit Tenge. Eine kleine Währung wie "Cent" gibt es nicht. Krumme Beträge werden einfach aufgerundet. 200 Tenge sind ca. 1 Euro (Stand Juni 2015). Das kann man ganz einfach umrechnen. Mit Bargeld ist man in Kasachstan gut aufgehoben. Zwar akzeptieren Restaurants in den großen Städten Kreditkarten, aber auf den Dörfern sucht man vergebens nach Möglichkeiten sein Plastik zu benutzen. Das gilt auch für Tankstellen!

Nicht alle Geldautomaten akzeptieren ausländische Kreditkarten. Es empfiehlt sich die Automaten der Kazkom zu benutzen. Bei den Automaten der Kazkom konnten wir immer ohne Probleme Geld abheben. Das Abheben mit Kreditkarte am Schalten funktioniert zwar auch, ist aber mit hohen Gebühren verbunden und somit nicht zu empfehlen.

Verkehr

Der Verkehr in Kasachstan ist chaotisch. Jeder fährt wie er will. In und rund um Almaty gibt es daher eine sehr hohe Polizeipräsenz. Die Polizei kontrolliert hauptsächlich, ob die Geschwindigkeit eingehalten wird, ob man angeschnallt ist und ob man das Licht eingeschaltet hat. In Almaty gibt es an fast jeder Kreuzung Überwachungskameras. Auch diese Kameras haben den Zweck auf Geschwindigkeit, Gurt und Licht zu achten. Außerdem kann die Polizei auch ein Knöllchen für, für uns, absurde Vergehen ausstellen. Beispielsweise muss das Auto immer sauber sein.

Die Straßen in der Stadt sind gut ausgebaut, aber oft sehr voll. Es empfiehlt sich lieber in kleineren Seitenstraßen zu fahren und die Rushhour zu vermeiden. Die Straßen außerhalb von Almaty, vor allem in den Dörfern, sind in einem sehr schlechten Zustand. Überall muss man, mit teilweise tiefen, Schlaglöchern rechnen. Einige Straßen gleichen einem Flickenteppich, andere sind nur Sandwege oder Schotterpisten. Für Fahrten in die Nationalparks empfiehlt sich ein ein Geländewagen mit hoher Bodenfreiheit und Allrad.

"Jedermanns-Taxi"

In Almaty und Umgebung gibt es eine sehr bequeme Form der öffentlichen Verkehrsmittel. Das "Jedermanns Taxi". Wenn man zu einem bestimmten Platz möchte, sucht man sich zuerst die Richtung in der dieser Ort liegt. Man stellt sich sich auf die Straßenseite und hält seinen Arm heraus. Damit signalisiert man den vorbeifahrenden Autos, dass man mitgenommen werden möchte. Hält jemand an, dann sagt man wohin man fahren möchte und der Fahrer sagt euch einen Preis. Wichtig: Zeigt nicht mit den Daumen nach oben, wie beim Trampen. Damit signalisiert ihr, dass ihr kostenlos mitgenommen werden wollt.

Diese Art der Fortbewegung hat mehrere Vorteile. Zum einem sorgt sie dafür, dass der Verkehr entlastet wird. Zum anderen ist es eine billige Alternative zum gewöhnlichen Taxi. Außerdem muss man nicht dauernd warten bis ein Bus erscheint. Jedes Mal, als wir mit dem "Jedermanns Taxi" gereist sind, haben wir keine Minute gewartet, bis jemand angehalten hat, um uns mitzunehmen.