Private Webseite von Andreas Möller

Yellowstone Nationalpark - South Loop

Datum: 09.08.2017

Unsere erste Nacht am Madison Zeltplatz war recht kalt. In der Nacht sank die Temperatur auf etwa 3°C. Das Frühstück bestand lediglich aus Walmart Brötchen und Käse, denn wir wollten so früh wie möglich aufbrechen. Das heutige Ziel war der südliche Loop des Yellowstone Nationalparks, der über Old Faithful und West Thumb bis zum Canyon Village führt.

Wir starteten also an unserem Zeltplatz in Madison in Richtung Midway Geyser Basin. Es gab dichten Morgennebel. Wir bogen kurz auf den Fountain Flat Drive ab. Hier befindet sich eine kleine heiße Quelle direkt am Firehole River. Der Nebel sorge für eine mystische Stimmung.

Lower Geyser Basin

Trotz der frühen Uhrzeit, herrschte schon viel Betrieb auf den Straßen des Yellowstone Nationalparks. So fanden wir an unserem ersten Tagesziel, den Fountain Paint Pot Trail in der Lower Geyser Basin, schon einen halb belegten Parkplatz vor. Ich zog mir noch eine warme Jacke über und wir gingen über einen Holzsteg in Richtung der Pools und Geysire. Der Morgennebel löste sich langsam auf und die Sonne kam heraus. Der Trail führt an azurblauen Quellen und brodelnden Schlammvulkanen vorbei. Außerdem gibt es auf dem Rundweg recht ansehnliche Geysire zu bestaunen.

Einer der schönsten Geysire, der Clepsydra Geyser, war am nord-westlichen Ende des kleine Rungweges zu finden. Er spritzte ununterbrochen dampfendes Wasser in die Luft. Auch der gegenüberliegende Jet Geysir brach alle paar Minuten aus und spritzte das Wasser etwa 5 Meter in die Höhe.

Der Aufenthalt in der Lower Geyser Basin war doch länger als gedacht. Aber bevor wir die Grand Prismatic Spring erreichten, bogen wir noch in den Firehole Lake Drive ab. Die Einfahrt dieses Loops befindet sich etwas südlich von den Paint Pots entfernt.

Firehole Lake

Der Firehole Lake Drive führt an kleineren Pools vorbei und zwei großen Geysieren. Ein besonders sehenswerter und bunter Pool ist die Broken Egg Spring. Nur wenige Meter weiter befindet sich die Firehole Spring. Diese ist sogar noch schöner als die Broken Egg Spring. Leider wehte der Wind den heiße Dampf in unsere Richtung, so dass wir nur wenige Gelegenheiten hatten, die schillernden Farben der heißen Quelle zu sehen.

Hinter den beiden Quellen befinden sich der Great Fontain Geyser und der White Dome Geyser. Der nächste Ausbruch des Great Fontain Geysers wurde für ca. 21 Uhr am Abend vorhergesagt. So lange wollten wir dann doch nicht warten. Der White Dome Geyser bricht dafür etwa jede halbe Stunde aus. Seinen gewaltigen Ausbruch konnten wir aus der Ferne beobachten.

Der Firehole Lake ist ein kleiner rot gefärbter See. Er liegt direkt neben seinem großen Bruder, dem Hot Lake. Hier verweilten wir eine Weile und beobachteten ein Murmeltier, dass sich hinter einem Felsen versteckte.

Midway Geyser Basin mit der Grand Prismatic Spring

Es ging weiter nach Süden und endlich erreichten wir die Midway Geyser Basin. Hier fanden wir ein riesiges Verkehrschaos vor. Autos, RVs und Reisebusse standen im Stau und warteten, bis ein Parkplatz frei wurde. Wir hatten Glück und konnten schnell einen freien Platz am Straßenrand des Highways 101 ergattern. Obwohl das Parken hier wohl nicht ganz legal ist, stört es wohl keinem. Hauptsache wir standen ;)

In der Midway Geser Basin sind recht wenig Pools und Geysire zu finden. Dafür beinhaltet sie aber einige Highlights des Yellowstone Nationalparks. Unter anderem kommt man an einem riesigen Krater vorbei, der an einen Meteoriteneinschlag erinnert, dem Excelsius Geysir. Im 19 Jh. brach der Geysir regelmäßig in Form einer gewaltigen Eruption mit einer Höhe von über 90 Metern aus. Heute ruht er. Es wird vermutet, dass die starken Eruptionen das unterirdische Wassersystem zerstört haben.

Das Highlight der Midway Geyser Basin ist sicherlich die Grand Prismatic Spring, eine der größten Thermalquellen der Welt. Dementsprechend herrschte hier großer Andrang. Jeder wollte ein Foto von sich und der Quelle. Irgendwie war es hier wie vor dem Eiffelturm oder Brandenburger Tor, aber ein Foto wollte ich auch! Das Problem ist, dass der Winkel, mit dem man auf die Grand Prismatic Spring gucktviel zu flach ist. Tipp: Ich hielt also meine Kamera hoch in die Luft und schoss auf gut Glück einige Panorama-Fotos. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Biscuit und Black Sand Basin

Die Biscuit Basin ist verhältnismäßig klein und befindet sich nur wenige Kilometer von der Upper Geyser Basin entfernt. Wir fanden glücklicherweise auf Anhieb einen Parkplatz. Die Black Sand Basin befindet sich direkt am Highway kurz vor (bzw. nach) der Abfahrt zur Upper Geyser Basin. Dieses Gebiet ist sogar noch überschaubarer als die Biscuit Basin. An beiden Orten sind interessante Geysire und einige tolle kristallklare Pools zu finden. Hier eine Auswahl.

Von beiden Orten kann übrigens bequem zum Old Faithul Geysir wandern. Nun stand aber eine etwas längere Fahrt vor uns, außerdem waren wir hungrig. Das nächste Ziel war das Lake Village nördlich des Yellowstone Lakes.

Lake Village

Obwohl die Old Faithful Junction auf dem Weg liegt, haben wir hier nicht gestoppt, da wir uns die Pools und Geysire der Upper Geyser Basin schon am gestrigen Tag ausführlich angeschaut haben. Wir fuhren nun vorbei am West Thumb zum Lake Village. Kurz vor dem Ziel, wurden wir auf mehrere Autos aufmerksam, die am Straßenrand hielten. Das ist immer ein Zeichen, dass sich ein Tier zeigte. Und tatsächlich konnte ich das Hinterteil eines Kojoten durch die dichten Bäume hindurch verschwinden sehen. Leider war er zu schnell.

Im Lake Village angekommen, suchten wir uns ein Restaurant. Wir hatten großen Hunger. Fündig wurden wir in der Lake Lodge. Das Essen schmeckte eher durchschnittlich. Während wir aßen fing es draußen an zu Hageln. Als die Sonne wieder schien, fuhren wir weiter nach Norden zu den Mud Volcanos.

Mud Volcano

Nördlich vom Lake Visitor Center befindet sich Mud Volcano und Sulphur Caldron. Als wir den Mud Volcano erreichten, sahen wir unsere erste Bisonherde, die sich gemütlich am Waldrand niederließ. Einige der Tiere überquerten ungestört die Straße und kamen bis auf wenige Meter an die Besucher heran.

Leider begann es auch hier wieder zu regnen. Ein kräftiges Gewitter zog auf. In der Ferne zuckten die Blitze und es traf uns leider genau, als wir mitten im Mud Volcano Gebiet waren. Um Kleidung und Kamera zu schonen, liefen wir schnell zum Parkplatz und stellten uns unter, bis das Gewitter vorbeigezogen war. Von den Schlammvulkanen sahen wir leider weniger als erhofft.

Grand Canyon of the Yellowstone

Unser letztes Ziel des Tages, sollte der Grand Canyon of the Yellowstone werden. Wir fuhren von den Mud Volcanos also weiter nach Norden in Richtung Canyon Village. Auf dem Weg zum Canyon durchfährt man eine weite Graslandschaft. Ein Viewpoint, an dem sich mehrere Leute mit dicken Teleobjektiven platziert hatten, machte uns neugierig. Eigentlich hoffen wir insgeheim auf Bären, aber im dichten Gras hat sich ein Fuchs versteckt.

Obwohl wir das Canyon Village erst am spätem Nachmittag erreichten und der Parkplatz am Artist Point riesengroß ist, standen wir nun im Stau und es war schwer einen freien Platz zu finden. Doch einmal angekommen, wird mal mit einen gigantischen Aussicht auf den Canyon und die Lower Falls belohnt. Der Artist Point befindet sich südlich des Canyons. Weitere Viewpoints und Trails sind nördlich vom Grand Canyon of Yellowstone zu finden. Diese erreicht man beispielsweise über das Canyon Village.

Unterkunft

Nach einer langen Tagestour quer durch den Park, kamen wir in der Dunkelheit wieder am Madison Campground an. Wir besorgten uns Feuerholz für stolze 8 USD und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

GPS-Track und Route