Private Webseite von Andreas Möller

Erster Tag im Yellowstone

Datum: 08.08.2017

Grand Teton Nationalpark am Morgen

Früh am Morgen ging es zurück zum Grand Teton Nationalpark. Wir fuhren etwa eine Stunde von Victor über den Teton Pass nach Jackson, bis wir den Nationalpark erreichten. Entlang des Highways 22 gibt es einige Viewpoints. Das erste Ziel des Tages war die fotogene Moulton Barn. Diese liegt östlich der US-191 direkt an der Antelope Flats Road. Leider war die Luft immer noch getrübt und die Sonne hatte es schwer durch die Wolken durchzubrechen. So konnten wir die Bergkette nur als Silhouette erkennen. Normalerweise beleuchtet die aufgehende Sonne am Morgen die Barn und die dahinterliegenden Berge.

Wir fuhren wieder in den Nationalpark hinein und vorbei am Jenny Lake und Jackson Lake. Dabei fuhren wir immer etwas langsamer als erlaubt, in der Hoffnung ein paar seltene Tiere zu sehen. Leider konnten wir nichts spannendes entdecken und so verließen wir den Grand Teton Nationalpark wieder.

Yellowstone Nationalpark

Nördlich des Grand Teton Nationalparks befindet sich gleich der nächste Nationalpark. Endlich erreichten wir eines der Highlights unserer Reise. Den Yellowstone Nationalpark. Wir betraten den Park durch den südlichen Eingang und wurden mit einem heftigen Regenschauer begrüßt. Als dieser hinüber war, wurde die Luft reingewaschen und die Sicht war wieder klar.

West Thumb Geyser Basin

Entlang des Lewis Rivers, hielten wir einige Male an, um uns u.a. den Lewis Canyon oder die Lewis Falls anzusehen. Für den Anfang war das schon ganz nett. Dann erreichten wir die erste größere Ansammlung von Pools und Geysieren, die West Thumb Geyser Basin.

Schon am Parkplatz begrüßte uns ein Schlammvulkan, der fröhlich vor sich hin blubberte. Jetzt wussten wir, wir sind im Yellowstone angekommen. Natürlich sind die ersten Pools und Fumarole, die man antrifft immer ein Highlight. Irgendwann hat man aber einfach so viele von ihnen gesehen, dass man nicht überall anhält.

Die West Thumb Geyser Basin ist verhältnismäßig klein. Ein hölzerner Rundweg führte uns an Thermalquellen vorbei und am Strand des Yellowstone Lakes entlang. Am Strand tritt an vielen Stellen Dampf aus und auch im Wasser gibt es einige erloschene Geysire. Die beeindruckendes Thermalquellen befinden sich auf der nördlichen Seite der West Thumb Basin. Der Black Pool und Abyss Pool stechen durch ihre Größe und ihr klares blau-grünes Wasser hervor. Der heiße Dampf lies die Brillengläser und Linse der Kamera beschlagen.

Die ersten Pools haben uns so fasziniert, dass wir mehr wollten. Über den Craig Pass ging es weiter nach Westen zur Upper Geyser Basin und dem berühmten Old Faithful Geysir.

Old Faithful Geysir

Zuschauer beim Old Faithful

Die Gegend um den Old Faithful Geysir ist riesig. Es gibt drei große Parkplätze, dennoch konnten wir ewig keine freie Lücke finden. Als wir dann endlich einen freien Parkplatz gefunden hatten, gingen wir erst einmal im Geyser Grill essen. Hier gab es das übliche amerikanische Fastfood: Mittelklassige Burger und Pommes. Nach dem Essen ging es geradewegs zum Old Faithful Geysir. Die Informationstafeln sagten uns, dass der nächste Ausbruch in etwa einer Stunde stattfinden sollte. Also liefen wir noch ein wenig in die Upper Geyser Basin hinein und sahen uns die Pools und Geysire an. Als wir von unserer kleinen Runde wieder zurück zum Old Faithful kamen, es dauerte noch etwa 20 Minuten bis zum Ausbruch, waren die Plätze schon restlos besetzt. Unglaublich, was es hier für Massen an Menschen gibt. Wir fanden glücklicherweise noch einen Platz.

Der Old Faithful Geysir ist einer der wenigen Geysire, deren Ausbrauch man Vorhersagen kann. Seine Eruption findet etwa alle 90 Minuten statt. Die Parkranger aktualisieren regelmäßig die Uhrzeit der nächsten Eruption und geben einen Zeitraum von z.B. plus-minus 10 Minuten an.

Wir saßen also nun mit geschätzt 1000 weiteren Schaulustigen im Theater und warteten auf den Ausbruch. Old Faithful war spät dran. Doch dann, etwa 7 Minuten nach der vorhergesagten Uhrzeit, spie er eine Wasserfontäne in die Luft. Erste "Ohhh" und "Aaaah" gingen durch die Menge. Plötzlich erwachte der Geysir und zeigte seine ganze Kraft. Das Wasser schoss mit einem lauten Zischen hoch in die Luft. Der Wasserdampf verteilte sich in der Luft. Die "Ohhhs" und "Aaaahs" wurden lauter. Das Warten hat sich definitiv gelohnt!

Gleich geht's los ...

Und Action ...

Ahhhh Ohhhh!

Upper Geyser Basin

Nach dem Ausbruch des Old Faithfuls gingen wir wieder in Richtung Norden. Jetzt konnten wir uns die Geysire und Pools in aller Ruhe ansehen. Doch es zog eine Gewitterwolke auf und es fing an in dicken Tropfen zu regnen. Glücklicherweise hielt der Regen nicht lange an. Das Gewitter zog gerade so an uns vorbei.

Die Gegend ist viel größer als wir erwarteten. Man kann locker mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen. Die Pools sind abwechlungsreich und keiner gleicht den anderen. Überall blubbert es oder tritt Dampf aus. Teilweise stinkt es nach Schwefel. Der Geruch ist aber keinesfalls unangenehm. Zwischen den ganzen Pools befinden sich immer wieder größere Exemplare an Geysiren. Hier sind beispielsweise der Castle Geyser und Giant Geyser zu erwähnen. Der Ausbruch des letzteren ist unvorhersagbar und findet alle paar Jahre statt. Die letzte Eruption fand genau einen Monat und einen Tag vor unserem Besuch im Park statt. Wie eindrucksvoll die Eruption sein kann, zeigt ein Video aus dem Jahre 1997.

Einer meiner Favoriten unter den Pools ist der eher unscheinbare Belgian Pool. Aber auch der Spasmodic Geyser war einer der interessanteren Geysere, da dieser ununterbrochen vor sich hin brodelte. Außerdem reizt er mit seiner surrealen Mondlandschaft. Die etwa 4 Meter hohen Ausbrüche finden alle 3 Stunden statt. Auch der Grotto Geyser sieht ziemlich bizarr aus. Seine Eruption kann mehrere Stunden lang anhalten. Bei uns hat der Geysir ein wenig gesprudelt. Ich glaube aber nicht, dass das der Hauptausbruch war.

Der Morning Glory Pool markiert auch das Ende unseres Weges. Diese Quelle ist auch eine der farbigsten Pools im Park. Außen scheint braun-orange und gelb. Innen leuchtet der Pool in einem giftigen Grün. Wir sind jetzt über den geteerten Radweg zurück zum Visitor Center gelaufen. Wer möchte kann noch weiter zur Biscuit Basin wandern. Auf dem Weg dahin, gibt es noch ein paar Pools und Geysire zu sehen.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Daisy Geyser. Da wir nicht wussten, wann dieser ausbrechen wird, haben wir etwa eine halbe Stunde gewartet. Vielleicht haben wir ja Glück. Doch leider ist nichts passiert. Der Daisy Geyser bricht alle 120 bis 200 Minuten aus. Vorhersagen zum Ausbruch gibt es im Visitor Center.

Grand Prismatic Spring von oben

Eines der Highlights im Park ist sicherlich die Grand Prismatic Spring, eine der größten Thermalquellen der Welt. Da sie auf dem halben Weg nach Madison liegt, haben wir kurz vor Sonnenuntergang noch einmal vorbeigeschaut. Unser Ziel war der Aussichtspunkt westlich der Quelle. Dieser Aussichtspunkt wurde erst wenige Tage vor unserem Eintreffen eröffnet. Vorher liefen die Besucher querfeldein durch die Wildnis, um auf die Spitze des Hügels zu gelangen. Jetzt versperrt ein Zaun den Weg in die Wildnis. Der Aussichtspunkt bietet trotzdem einen tollen Blick auf die Quelle. Die Sicht wird nicht durch Bäume blockiert und der Aufstieg ist einfach zu bewältigen.

Mit Einbruch der Dunkelheit ging es weiter nach Norden zum Madison Campground.

Unterkunft

Unser Campingplatz

Die Hotels im Yellowstone Nationalpark sind heiß begehrt und die Preise dementsprechend hoch. Außerdem muss man schon ein Jahr vorher seine Unterkunft buchen, um überhaupt noch ein freies Zimmer zu bekommen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden zwei Nächte im Park zu zelten. Das Ziel war der zentral gelegene Madison Campground. Zwei Nächte im eigenen Zelt kosteten uns 47 USD ohne Steuern. Zelt und Luftmatratze haben wir im Walmart gekauft. Die Schlafsäcke haben wir selber mitgebracht.

Am Abend um 21:00 Uhr gingen wir noch zum Amphitheater, um das Rangerprogramm anzusehen. Der Ranger erzählte etwas über die Entstehung des Yellowstone Parks, dem ersten Nationalpark der Welt. In dem Moment als er über die Wölfe im Park sprach, heulte in der Ferne einer auf. Oder war es ein Kojote?

GPS-Track und Route