Private Webseite von Andreas Möller

10.09.2012 - Blue Canyon & Coalmine Canyon

Blue Canyon

Heute heißt es: Auf Wiedersehen Page. Wir verlassen die Stadt und fahren Richtung Grand Canyon. Doch bevor es zu dieser berühmten Schlucht geht, statten wir den Hopi einen kleinen Besuch ab. Auf dem Gebiet der Hopi Indianer liegen zwei der wohl schönsten und farbenfrohsten Canyons des Süd-Westens. Es gibt zwei Zufahrten um zum Blue Canyon zu gelangen. Beide führen über Dirtroads zum Ziel. Die südliche Zufahrt über die 264 ist der wohl einfachste Weg. Man folgt der Schotterpiste einfach bis man den Blue Canyon erreicht hat. Wir kamen allerdings aus Page und benutzten die nördliche Zufahrt. Ich plante die Route natürlich vorher in Google Maps und folgte der Route, ein Fehler. Wir landeten direkt vor einem Hopi Haus. Der Besitzer kam direkt auf uns zu.

Es gibt viele unterschiedliche Geschichten über die Begegnungen mit den Hopi Indianern. Es soll von aufgeschlitzen Reifen oder anderen Dingen die Rede sein. Außerdem ist es nicht klar ob für den Blue Canyon ein Permit benötigt wird oder nicht. Unsere Begegnung verlief äußerst nett. Wir sagten, dass wir zum Blue Canyon fahren möchten und uns verfahren hatten. Der Hopi hatte vollstes Verständnis und erklärte uns ausführlichst den Weg bis zum Canyon. Diese Beschreibung war äußerst lang, aber zum Glück hatten wir eine (digitale) Karte dabei gehabt. Er erwähnte übrigens nichts von einem Permit und so bedankten wir uns höflich und fuhren los.

Die nörliche Einfahrt befindet sich in "Red Lake", einer sehr kleinen Siedlung. Die genaue Beschreibung habe ich in eine KMZ-Datei gepackt. Mit Worten ist es kaum möglich den Weg durch das Dirtroad-Labyrinth zu beschreiben.

Download: Nördliche Anfahrt zum Blue Canyon

Hier sahen wir auch unsere fünfte Schlage an. Es sollten aber noch mehr werden. Diesmal lag sie tot auf der Straße herum. Vermutlich wurde sie überfahren.

Tote Schlange

Doch bevor es zu den berühmten Zipfelmützen geht, wollten wir noch einem interessanten Gebiet einen Besuch abstatten. Vermutlich heißt es "Red Lake", da die nahe gelegene Stadt ebenfalls "Red Lake" heißt und die kleine Zufahrtsstraße auf meinem Garmin als "Red Lake Rd." angezeigt wird. Als wir das Gebiet betreten hatten, wird einem klar wieso "Red Lake" der passendste Name ist. Ein wenig erinnert mich die Gegend an das Goblin Valley. Jedoch sind die Gnome hier nicht so stark ausgeprägt. Der einzige schöne Hoodoo den wir entdeckten ist das rote Baby. (2. Foto unten) Im Red Lake gibt es einen kleinen und unscheinbar feuchten Canyon. Unscheinbar feucht heißt hier, dass man die nassen Stellen nicht erkennen kann. Und so musste es geschehen, dass ich komplett mit einem Fuß in den Matsch einsackte, eine schöne Sauerei.

Wir gingen auf Nummer sicher und kletterten oberhalb des Canyons entlang. Hier hat man auch auch eine viel schönere Aussicht auf das rote Tal welches von weißen Streifen durchzogen ist.

Nach diesen kurzen Abstecher ging es weiter zum Blue Canyon. Warum dieser Canyon eigentlich "Blauer Canyon" heißt wird einem zunächst nicht klar. Man sieht überall weiße und rote Felsen, aber kein Blau. Erst von oben betrachtet (Google Earth) erkennt man, dass der eigentliche Canyon von einer blauen Schicht überzogen ist. Jedoch scheint das Innere nicht besonders interessant zu sein. Das bekannteste Motiv des Blue Canyons sind die Zipfelmützen, keine Hoodoo-Gnome, welche auf einem herabschauen. Mit dem Auto kann man fast komplett bis zum Ziel heranfahren. Die beste Zeit zum Fotografieren ist hier der Nachmittag, da hier die Zipfelmützen von der Sonne beschienen werden. Wir hatten leider die Schattenseite erwischt und mussten uns mit Fotos von der "Rückseite" vergnügen. Doch neben den roten Mützen gibt es noch andere Formen zu entdecken. Beispielsweise eine Teekanne oder einen Vogel.

Yellow Eagle Arch

Heute ist ein Tag der Farben. Im Blue Canyon gab es nur rote und weiße Steine zu sehen und jetzt besuchten wir einen Canyon welcher von gelben Farbtönen geprägt ist. Daher nenne ich ihn einmal mal Yellow Canyon. Das ist kein offizieller Name, aber ich denke, dass es diesen es auch nicht gibt. Der Yellow Canyon ist an sich nicht weiter interessant, bis auf einen wunderschönen Arch-Tower der wie aus dem nichts heraus ragt. Sogar ein Adler hatte hier einst sein Nest gebaut.

Auf dem Rückweg zum Auto zogen dicke Regen- und Gewitterwolken am Himmel auf. Das war der Beginn des (vom Wetter her) schlechtesten Tages. Morgen sollte sich die Sonne nicht zeigen...

Coal Mine Canyon

Der Coalmine Canyon ist definitiv einer der schönsten Canyons im Süd-Westen der USA. Er sticht durch seine farbenfrohen und hohen Felswände hervor. Es gibt mehrere Zugangsmöglichkeiten welche auch in Upper- bzw. Lower-Coalmine Canyon unterteilt werden. Die hier beschriebene Einfahrt führt zu mehreren Viewpoints die alle ihren Reiz haben und wirklich eine unterschiedliche Szenerie zeigen.

GPS-Position: Südliche Einfahrt zum Coalmine Canyons

An den Viewpoints des nördlichen Rims sieht man im Hintergrund weiße Canyonwände welche mit roten Linien verziert werden. Der Kontrast zum grünen Gras gibt der Landschaft noch den letzten Schliff. Man sollte sich nicht zu dicht an die Absturzkante wagen. Das Gestein sieht sehr brüchig aus und Sicherheit geht immer vor. Am südlichen Rim findet man auch rote Felsen. Diese sind allerdings höher und vermischen sich mit gelb-ockerfarben Gebilden.

Einen weiten Aussichtspunkt findet man etwas weiter nördlich der 264. 

GPS-Position: Nördlicher Viewpoint des Coalmine Canyons

Nach dem Abbiegen auf die Dirtroad biegt man die nächste Einfahrt nach rechts ab und folgt der Straße bis ans Ende. Wer die Abbiegung verpasst, der landet direkt vor der Haustür eines Hopi Indianers. Am Viewpoint angekommen, hatten wir Glück und die Sonne zeigte sich noch ein letztes mal für diesen Tag. Erst jetzt kamen die Farben des Coalmine Canyons richtig zur Geltung und der Canyon zeigte sich von seiner schönsten Seite.

Unfall in Tuba City und Dinosaur Tracks

In Tuba City haben wir eingekauft und gegessen. Während wir im Auto saßen, rumpelte es und wir wurden unsanft durchgerüttelt. Eine "nette Dame" hat uns beim Vorwärts-Einparken gerammt. Wir stiegen aus und fragten: "Habt ihr uns etwa gerade gerammt?"... Die Antwort war ein freches "Nein" und dann ging sie einfach weiter. Wir drohten damit die Polizei zu rufen, doch sie meinte nur, dass die Polizisten hier alle *** seien und wir erst gar nicht versuchen sollten anzurufen. Außerdem bräuchte die Polizei mindestens eine Stunde bis sie hier sei. Dann verschwand sie in McDonalds. Wir riefen natürlich die Polizei und siehe da, ca. 10-15 Minuten später erschienen zwei Streifenwagen der Navajo Police. In der Zwischenzeit ist die Unfallverursacherin einfach alleine weggefahren und hat ihren Mann vermutlich irgendwo abgeholt. Sie wollte uns sogar umfahren, wenn wir ihr im Weg gestanden hätten. Fotos vom Schaden sowie von ihrem Nummernschild habe ich natürlich gemacht.

Die Polizisten, eine Frau und ein Mann, waren sehr nett und zuvorkommend und so gab es keinerlei Probleme für uns. Wir sollten ihr später noch die Fotos mailen und dann wäre das Problem (für uns) gegessen. Alamo sagte übrigens nicht viel zum Schaden und stempelte die Schrammen als "$10 Schaden" ab. Trotzdem verloren wir wertvolle Zeit, da wir noch bei den Dinosaur Tracks nahe Tuba City vorbeischauen wollten.

Die Dinosaur Tracks sind wirklich einen kleinen Abstecher wert. Hier gibt es hunderte von versteinerten Fußabdrücken zu sehen. Direkt neben der US-160, ca. 5 Meilen westlich von Tuba City, sind die Dinosaur Tracks ausgeschildert. Schon beim Parken begrüßte uns ein enthusiastischer Navajo und zwang uns sanft ihn zu folgen. Ein anderer Navajo führte uns durch die Fußabdrücke und Versteinerungen von Raptoren und Dilophosaurus. Viele werden diese aus Jurassic Park kennen. Der Guide goss ständig Wasser in die Abdrücke, damit diese sich mehr vom Untergrund abheben. Sogar eine Klaue eines Raptors kann man hier entdecken. Allerdings ist sich der Guide auch nicht sicher was es wirklich ist, er ist halt kein Wissenschaftler. Er zeigte uns einen Stein der wie ein Dinosaurier-Ei aussah. Jedoch ist er der Meinung, im Gegensatz zu anderen Leuten, dass dies kein Ei sei. Wissenschaftler kommen zwar hierher um zu Forschen, jedoch können sie keine Fossilien mitnehmen um sie später im Labor zu untersuchen. Aber es wurden hier auch einige komplett erhaltene Schädelknochen ausgebuddelt.

Das letzte Foto sieht aus wie Dinosaurier Dung, aber der Guide erzählte uns, dass dies versteinerte Methanblasen aus einem urzeitlichen Sumpf sei.

Wie bereits erwähnt, war die Führung kostenlos. Die Navajos arbeiten hier auf Trinkgeld-Basis. So gaben wir $15 Tip und durften uns im Anschloss noch frei bewegen und sogar in den Wash hinunter gehen um die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Wer hier ein Auge für das Detail hat, kann auch hier ganz interessante Sachen entdecken. Im Wash findet man keine Dino-Fußspuren, da dieses Gebiet komplett unter Wasser stand. Doch wir sahen diverse Abdrücke die vermutlich von Pflanzen stammten und wir fanden auch eine versteinerte Koralle.

Als die Dämmerung einbrach, ging es in Richtung Grand Canyon NP.

Wetter

Der Tag begann sonnig und endete in einem komplett verregneten Tag wie man ihn nur aus Deutschland kennt. Zwar bekamen wir kein Wasser ab, aber man konnte den nassen Boden am Campground im Grand Canyon NP erkennen. Der Horizont war Grau und es gab vereinzelte Gewittert. Das Thermometer kletterte auf 29°C.

Unterkunft

Am Grand Canyon NP angekommen schlugen wir unser Zelt am Mather Campground auf. Der Campground ist zwar riesig, aber eine Reservierung ist hier zwingend notwendig. Man bezahlt $9 pro Nacht. (Stand 2012)

GPS-Track und Route