Private Webseite von Andreas Möller

29.06.2015 - Altyn-Emel - Aktau und Katutau Berge

Aktau - Weiße Berge

Ein Highlight und eine der spektakulärsten Landschaften des Altyn-Emel Nationalparks sind unumstritten die Aktau Berge. Aktau befindet sich im Osten des Altyn-Emel Nationalparks und ist mit einer langen Anfahrt verbunden. Dafür wird man mit einer farbenfrohen und einzigartigen Landschaft belohnt. Wir fuhren gegen 09:00 Uhr aus Baschi los mit den Zielen Aktau und Katutau.

Aktau bedeutet soviel wie "Weiße Berge". Warum? Das sieht man schon von weitem während der Anfahrt. Merkwürdigerweise wurden die Berge immer bunter, je näher wir uns diesen näherten.

Der Weg zu den Aktau-Bergen ist mit mehr als 80km sehr lang. Von Baschi aus benötigten wir etwa 2 Stunden, bis wir das Ziel erreichten. Auf dem halben Weg stoppten wir an einem kleinen Grundstück mitten im Nationalpark. Hier steht ein 700 Jahre alter Baum direkt neben einer Hütte. Unser Guide nutzte die Gelegenheit, um sich bei Bekannten, den Rangern und deren Familie, den Magen vollzustopfen. Auch uns wurde Essen angeboten. Das Grundstück ähnelt einer kleinen Oase mitten in der Steppe. Es gibt einen See mit Fischen und kleine Beete.

Nach diesem kurzem Aufenthalt ging es weiter in Richtung Berge. Auf dem weiteren Weg trafen wir auf einige Tiere: Eine Herde Wildpferde, einzelne Garzellen und Fasane. Wir passierten die Katutau Berge und in der Ferne tauchten langsam die weißen und bizarr geformten Bergketten auf, die unser Ziel sein sollten.

Als wir endlich den Parkplatz von Aktau erreicht hatten, konnten wir das Gebiet auf eigene Faust erkunden. Unser Guide machte ein Nickerchen in einer kleinen Holzhütte, die auf einem Hügel errichtet wurde.

GPS-Position: Aktau Berge Parkplatz

Der Weg in die Aktau Berge führt über ein ausgetrocknetes Flussbett direkt hinein in die bunten Berge. Geologisch sind die Aktau Berge einfach nur interessant. Wasser und Wind haben hier die bizarrsten Felsformationen erschaffen. Neben gestreiften Bergen findet man hier auch Felsvorsprünge und kleine vom Wasser ausgewaschene Canyons. Die Landschaft ist in Rot-, Gelb- und Weißtöne getaucht. Was einem sofort auffällt ist, dass auf dem Boden viele glänzende Mineralien liegen: Gips. Außerdem ist der Sand von kleinen Höhlen durchlöchert. Vermutlich suchen hier Tiere Schutz vor der Hitze.

Die Strecke vom Parkplatz bis ins Zentrum von Aktau ist etwa 1,5km lang. Der schnellste Weg führt direkt durch das Flussbett. Leider sieht man hier nicht viel von der Landschaft, so dass ich empfehle, oberhalb des Flussbettes durch die Steppe zu laufen. Verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht.

Nach schattigen Plätzen sucht man zur Mittagszeit vergebens. Dafür findet man hier viel Sand, einige Sträucher und rote Berge.

Wir hielten uns fast 2 Stunden in den Aktau Bergen auf. Unser Guide wollte uns noch einige andere Stellen zeigen, zu denen sonst keine Touristen geführt werden. Also fuhren wir weiter und passierten ein "Kein Durchgang"-Schild. Der Weg führte zu einer schönen, etwas weiter östlich gelegenen, Stelle am Rande der Aktau Berge. Doch für weitere Besichtigungen hatten wir leider keine Zeit mehr, da wir uns nur bis 15:30 Uhr im Nationalpark aufhalten durften. Außerdem wurde das Benzin langsam knapp. Unser Guide versicherte uns, dass die Gegend weiter östlich eine noch viel schönere Landschaft zu bieten hätte.

Katutau Berge

Nachdem wir die beeindruckenden Aktau Berge besichtigt hatten, machten wir auf den Rückweg nach Baschi noch einen Abstecher in die Katutau Berge. Katutau bedeutet "Rote Berge". Die "Roten Berge" sind viel kleiner und nicht ganz so beeindruckend wie Aktau, aber bestechen durch eine komplett andere Landschaft.

Auf dem Rückweg bogen wir also rechts ab und fuhren direkt auf die Katutau Berge zu, die wir schon auf der Hinfahrt zu den Aktau Bergen passiert haben. Unser Guide warnte uns, dass die folgende Straße gefährlich sei und wir langsam fahren sollten. In der Vergangenheit haben hier viele Autos ihre Reifen an den scharfen Steinen aufgeschlitzt.

GPS-Position: Katutau Berge

Katutau ist, wie bereits erwähnt, landschaftlich und klimatisch komplett anders als Aktau. Die Felsen bestehen hier aus festem Stein und nicht aus der lehmartigen Masse der Aktau Berge. Die Temperatur war gefühlt kühler gewesen. Außerdem waren in den Katutau Bergen sehr viele Grashüpfer zu finden, wirklich viele. Einige der Tiere sprangen auf unsere Frontscheibe und wollten partout nicht wieder herunterhüpfen.

Kurz bevor wir die Katutau Berge erreicht hatten, hat unser Auto sich gemeldet: "Getriebe zu heiß". Die Automatikschaltung hat sich daraufhin abgeschaltet. Das sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. Wir erreichten die Berge aber problemlos und konnten dem Getriebe bei 37°C Außentemperatur eine kleine Abkühlung gönnen.

Die Katutau Berge sehen aus wie erstarrte Lava und bilden die fantasievollsten Gebilde. Das Gebiet der "Lava-Berge" ist jedoch recht überschaubar und klein, so dass wir uns hier auch nicht sehr lange aufhielten.

Auf den Weg zurück nach Baschi habe ich unserem Guide meine Kamera in die Hand gedrückt. Er hat von allen möglichen Dingen Fotos geschossen, entgegenkommende Autos und bekannte Personen fotografiert und sich jedes mal gefreut, als es "klick" gemacht hat.

Insgesamt haben wir im Nationalpark mehr als 260km zurückgelegt. Man beachte, dass es im Park keine Möglichkeit gibt zu tanken. Auf dem Rückweg hat schon unsere Warnleuchte vom Tank aufgeleuchtet. Höchste Zeit, dass wir zurück kommen... zu spät. Ungefähr 2km bevor wir Baschi erreicht haben, blieb unser Auto liegen und der Tank war leer. Doch die Freundlichkeit der Kasachen half uns schnell aus. Ein entgegenkommendes Auto nahm uns mit zur Tankstelle nördlich von Baschi und wieder zurück. Wir gaben dem Fahrer dankend ein paar Tengen und setzten unsere Reise fort.

Als wir Baschi verlassen haben, fuhren wir in Richtung Osten. Die Straße A353 hat landschaftlich einiges zu bietet. Außerdem sahen wir einige (wilde?) Kamele.

Auf dem Weg zur nächsten Stadt wollten wir noch bei den "Tiger Mountains" vorbeischauen. Um dahin zu gelangen muss man von der A353 aus einen kleinen Feldweg nach links abbiegen. Doch vertraue niemals deinem Navi (Es war here Maps)! Die angebliche Route verlief über ein ausgetrocknetes Flussbett. Da es auch eine Zufahrt gab und Autospuren im Sand zu sehen waren, fuhren wir mit unserem Mitsubishi auf das Flussbett und konnten 400 Meter problemlos auf dem trockenen Sand fahren... 400 Meter. Später haben wir herausgefunden, dass wir 1km zu spät abgebogen sind. Der eigentliche Feldweg zu den Tiger Mountains verläuft weit ab vom Flussbett. Wir liefen zurück zur Straße und hielten einige Kasachen an. Doch auch die konnten uns nicht herausziehen. Erst ein alter sowjetischer Geländewagen hat es dann endlich geschafft. Danach hatten wir keine Lust mehr auf die Tiger Mountains und sind direkt zur nächsten Stadt gefahren, um uns und unser Auto zu waschen.

GPS-Position: Tiger Mountains

Wetter

Der Himmel war, nach dem gestrigen Regenschauer, wolkenlos und das Thermometer kletterte auf 37°C.

Unterkunft

Dieses Mal haben wir in einem Hotel in der kleinen Stadt Scharkent übernachtet. Scharkent liegt etwas mehr als 100km von Baschi entfernt. Von hieraus sind es nur noch ca. 30km bis zur chinesischen Grenze. In Scharkent haben wir unser Auto gewaschen und dann im Hotel (Name vergessen) eingecheckt. Ein Dreibettzimmer kostete 9000 KZT (45€) pro Nacht. Direkt am Hotel liegt ein nettes Restaurant, was sehr leckeres Essen anbietet. Nach einem ausgiebigen Abendmahl, ging es zu Bett.

GPS-Position: Unser Hotel in Scharkent

GPS-Track und Route