Private Webseite von Andreas Möller

30.06.2015 - Charyn-Canyon

Charyn-Canyon Nationalpark

Der Charyn Nationalpark erstreckt sich ca. 60km entlang des Charyn-Flusses. Dieser hat einen tiefen Canyon in das Gestein gerissen. Für den Name gibt verschiedene lateinische Schreibweisen: z.B. Charyn, Scharyn oder Sharyn. Welche dieser Schreibweisen nun korrekt ist, vermag ich nicht zu sagen. Daher verwende ich einfach den Namen, den mir Google vorschlägt: Charyn.

Die eigentliche Attraktion des Charyn Nationalparks ist der Charyn-Canyon, ein ausgetrockneter Seitenarm des Charyn-Flusses. Die Erosion hat hier über Jahre hinweg tolle Steinformationen und Felsvorsprünge in den roten Sandstein geschliffen.

Den Charyn-Canyon erreicht man von der A6 (ehemals A351) aus. Wir kamen aus der Stadt Scharkent und fuhren die A6 in Richtung Süden entlang. Kurz bevor man eine Bergkette durchquert, biegt man auf eine breite Sandstraße nach links zum Nationalpark ab. Wenn man von Süden kommt, dann muss man hinter der Bergkette nach rechts auf die Sandstraße abbiegen. Keine Angst, der Eingang ist ausgeschildert.

GPS-Position: Einfahrt zum Charyn Canyon

Nach ca. 10km erreicht man den offiziellen Eingang zum Canyon. Eine Schranke blockiert den Weg. Der Eintritt in den Charyn-Canyon kostet 300KZT (1,5€) pro Person und 200KZT (1€) pro Auto (Stand 2015). Hinter dem Eingang befindet sich ein Parkplatz und der Abstieg in den Canyon. Von hieraus läuft man etwa 3,5km bergab, bis man das "Charyn Eco-Dorf" erreicht. Faule Leute können auch direkt mit dem Auto durch den Canyon zum "Dorf" fahren. Das hat natürlich den Nachteil, dass man sehr wenig von der Natur mitbekommt. Außerdem kostet die Fahrt durch den Canyon noch einmal extra.

Wir bezahlten den Eintritt und fuhren weiter bis zu einem Parkplatz. Hier stellten wir unser Auto ab, trugen Sonnencreme auf, packten die Rucksäcke mit Essen und Wasser voll und liefen die Treppe hinunter in den Canyon.

Die Wanderung ist einfach, denn es führt ein bequemer Weg durch die Mitte des Canyons. Links uns rechts von uns ragen riesige rostig-rote Felsen empor. Je tiefer wir in den Canyon laufen, desto höher werden die Felsen. Dabei erinnert die Landschaft ein wenig an den Bryce Canyon in den USA. Und trotzdem ist sie ganz anders. In den Felsformationen findet man die unterschiedlichsten Figuren: Gesichter, Tiere, Gegenstände. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Auf den Weg durch den Canyon gibt es einige Sitzgelegenheiten. Zur Mittagszeit findet man hier wenig Schatten, da die Sonne im hohen Winkel steht. Wer es braucht, sollte an Sonnenschutz denken. Ansonsten bekommt man immer etwas Schatten ab, indem man sich direkt hinter einen der Felsen stellt. Man muss immer bedenken, dass man hier durch eine Halbwüste läuft. Das Klima ist trocken und die Temperaturen sind hoch. Auch die hier lebenden Tiere ließen sich nicht blicken. Wir vermuten, dass sich Schlangen und Skorpione tagsüber unter großen Steinen und in Felsspalten verstecken, um in der Nacht auf Beutejagd zu gehen.

Die Geröllhängen waren mit Erdlöchern übersät und wir haben uns gefragt, welche Tiere hier wohl leben. Eine schnelle Bewegung von Rechts lies uns aufschrecken. Eine Maus! Zumindest sah das Tier wie eine Mischung aus Maus und Hamster aus. (Für eine genaue Bestimmung bin ich dankbar!) Als ich die Maus ein wenig verfolgte, stellte sich heraus, dass sie ganz und gar nicht scheu war. Ich schlich mich also auf wenige Meter heran und sie ließ sich freundlicherweise ablichten, bevor sie im Erdloch verschwand.

Charyn Eco Park

Je näher man sich dem Ende des Canyons nähert, desto mehr ändert sich das Gestein. Der rote Sandstein weicht einem harten braunen Fels. Am Ende des Canyons gelangt man schließlich zum Charyn-Fluss.

Hier unten befindet sich der "Charyn Eco Park". Der Eco Park beherbergt unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten, Rastplätze und Toiletten. Direkt am Fluss gab es ein kleines Gehege mit Pferden. Außerdem starten von hier diverse Touren. Mehr Informationen zum Charyn Eco Park findet man auf der offiziellen Webseite.

Als wir den Charyn-Fluss erreichten, wurde hier ein Videoclip einer berühmten kasachischen Geigerin gedreht. Die Crew lag faul unter den Bäumen im Schatten und erholte sich. Wir rasteten, tranken und aßen etwas, bevor es wieder zurück zum Auto ging.

Der Rückweg ist etwas anstrengender als der Weg in Richtung Fluss, denn es geht bergauf. Nachdem wir erschöpft beim Auto ankamen, besuchten wir noch einige Aussichtspunkte oberhalb des Canyons. Man kann mit dem Auto noch etwas weiter in Richtung Fluss fahren und erreicht mehrere Raststellen mit einer tollen Sicht auf und in den Canyon. Zudem gibt es hier einige Wanderwege, die die Möglichkeit bieten, nach unten zu wandern.

Das war der 1. Teil vom Bericht. Nachdem wir den Charyn-Canyon Nationalpark verlassen hatte, fuhren wir südwärts in die Berge. Wir wollten am Kaindysee im Zelt campen. Weiter geht es mit Teil 2.

Wetter

Tagsüber war es klar mit nur wenigen kleinen Wolken. Das Thermometer kletterte auf 33°. Kurzzeitig erreichten wir 36°, aber das während der Autofahrt.

GPS-Track und Route